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 Lysira Esthandir von Larissa

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Lysira Esthandir von Larissa Empty
BeitragThema: Lysira Esthandir von Larissa   Lysira Esthandir von Larissa EmptyFr Feb 26, 2010 12:10 am

So will ich euch denn meine Geschichte erzählen...
Die Jahre meiner Kindheit dürften sich von denen vieler anderer Kinder unterscheiden. Ich wuchs auf einem Gehöft in der Nähe vom Silberwald auf. Durch den relativen Reichtum meines Vaters hatte ich nie Hunger zu leiden, wie so viele Andere in der Zeit der großen Kriege, die die Welt für immer verändern sollten. Mein Vater behütete den Hof und die Elfen die auf ihm lebten. Er versuchte seiner Familie und den Arbeitern das Leid zu ersparen, daß in jener Zeit herrschte. Viele hörten davon und kamen auf den Hof um Almosen zu erbeten. Keiner wurde je abgewiesen. Jeder der an der Tür des Hauses erschien und um ein Nachtlager und ein wenig Brot bat wurde für einen Tag aufgenommen. Einigen erschien es grausam, die Hungernden am nächsten Tag wieder fortzuschicken. Doch ich konnte meinen Vater verstehen. Niemand konnte alle Hungernden des Landes ernähren. Doch er versuchte wenigstens einen Tag im Leben der Menschen zu einem glücklichen zu machen. Ich sah jedesmal Tränen in seinen Augen wenn die Armen und Heimatlosen den Hof verließen und ich bewunderte ihn für seine Großmütigkeit und sein großes Herz. Ich erinnere mich gut an viele der Elfen und auch Menschen die auf dem Hof für einen Tag Zuflucht suchten.

Doch einer der Heimatlosen sollte mein Leben für immer verändern auch wenn ich dies erst viel später erfahren sollte. Er war ein Geschichtenerzähler und Musiker. Ich war fasziniert von seinen Geschichten, die er uns zum Dank an dem Abend seiner Ankunft erzählte. Ich erfuhr vieles über die Welt, was ich vorher nicht wußte oder auch einfach nicht für möglich gehalten hatte. Er erzählte von dem Krieg und dem Leid, doch auch von Magie, Helden und der Suche. Sie war es, die mich am meisten beschäftigte. In der Nacht träumte ich von ihr. Der Suche nach dem einen Lied. Dem Lied, welches der Legende nach, die Welt in das Licht führt. Dem Lied, welches den Menschen das Herz öffnet und ewigen Frieden bringt. Ich erzählte ihm am nächsten Tag von meinem Traum. Er lächelte mich an und griff in seinen Umhang. In seiner Hand hielt er eine kleine Harfe. "Dies ist mein Geschenk an dich, Lysira. Möge sie dich auf deiner Suche begleiten und dir den richtigen Weg zeigen." Sie war wunderschön. Geschnitzt aus dem Holz eines mir unbekannten Baumes. Ich konnte den Blick nicht von ihr nehmen. Ich schluckte und wollte danke sagen, doch der alte Mann war nicht mehr da. Ich schaute verwirrt über den Hof, konnte ihn aber nicht mehr entdecken. Versunken in meinen Gedanken verbrachte ich den Rest des Tages damit, die Harfe zu betrachten. Spielen konnte ich sie nicht, denn auf dem Hof gab es niemanden, der es mir hätte beibringen können.

Als ich 101 Jahre alt war erschienen die Regenten der Königin auf dem Hof, der die Heimat meiner Kindheit war. Sie verhandelten lange mit meinem Vater. Ich erfuhr nie, was in der Stube gesagt wurde, doch mußten es unmißverständliche Worte gewesen sein. Als sich die Tür öffnete und die kleine Gruppe auf den Hof trat, sah ich Tränen in den Augen meines Vaters. Die Regenten bestiegen ihre Pferde und ritten davon, mein Vater blieb regungslos in der Tür stehen. Es schien eine Ewigkeit zu sein. Plötzlich sah er mich an und sagte: "Lysira, ich muß mit dir sprechen." Dann drehte er sich um und ging hinein.
Ich schluckte und folgte ihm ins Haus. Die Stube war dunkel und es roch ein wenig nach Wein. Mein Vater saß am Kopf der großen Tafel und stütze den Kopf in seine großen Hände. Er blickte auf als er meine Schritte hörte. Sein Blick war leer und er schien mit den Gedanken weit fort zu sein als er zu mir sprach: "Ich werde den Hof verlassen müssen, meine Tochter. Der König verlangt es." "Aber..." "Schweig, Lysira ! Es ist nichts daran zu ändern. Meine Zeit ist gekommen und auch deine wird kommen. Wenn wir ehrlich zu uns selber sind, haben wir es immer gewußt." Tränen stiegen in mir auf. Ich konnte die Worte nicht fassen. Alle Männer des Landes wurden in die Armeen des Königs einberufen. Aber mein Vater ??.. Nein... das konnte ich nicht glauben. "Das kann nicht dein Schicksal sein Vater. Du bist zu anderem bestimmt. Der König kann nicht von dir verlangen, dein Leben für ihn zu geben. Du tust hier soviel Gutes. Das muß er anerkennen." Es war die Verzweiflung, die aus mir sprach. Ich wußte das es keinen Ausweg gibt, aber ich wollte es nicht wahrhaben. "Meine Tochter." Er blickte mich lange an und die Tränen versiegten nicht. "Ich bin sehr stolz auf dich. Führe meinen Weg fort, bis auch deine Zeit gekommen ist. Das Dunkel bedroht die Welt und wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, daß es diesen Krieg nicht gewinnt. Du weißt es und ich weiß es. Wir sollten es akzeptieren.... auch wenn es uns schwerfällt..." Seine Stimme stockte bei diesen Worten und ich glaubte zu hören, daß er sie nicht in seinem Herzen fühlte, sondern in seinem Kopf formte um mich zu beruhigen. "Ich werde den Hof morgen sehr früh verlassen. Das Licht allein weiß, ob wir uns jemals wiedersehen." Ich rannte auf ihn zu und schloß ihn in meine Arme. Tränen der Trauer und der Verzweiflung rannen über meine Wangen. Ich sagte viel, doch kein Wort blieb in meinem Gedächtnis.

Irgendwann mußte ich dann eingeschlafen sein. Als ich erwachte, war es bereits heller Tag. Ich erschrak. Ich sprang aus dem Bett und rannte in das Zimmer meines Vaters. Es war leer. Ich rannte in die Stube. Auch sie war leer. Ich hörte Stimmen und riß die Tür auf. Es waren die Arbeiter und die Heimatlosen der letzten Nacht, die auf dem Hof standen und sich leise unterhielten. Die Gesichter waren von Trauer gezeichnet. Mein Blick suchte jedoch meinen Vater. Ich fand ihn nicht. Plötzliche Dunkelheit umhüllte mich und als ich auf den Boden aufschlug war ich bereits nicht mehr bei mir.
Ich träumte. Der Traum war derselbe wie in jener Nacht vor vielen Jahren. Der Traum von der Suche. Der Suche nach dem einen Lied. Der Geschichtenerzähler erschien und schenkte mir noch einmal die Harfe. Ich sah mich auf einer Lichtung sitzend und die Harfe betrachten. Eine Stimme sprach zu mir: "Lysira. Der Weg zum Licht führt durch die Dunkelheit. Der Weg ist lang. Doch wenn du das Lied des Lichtes findest wirst du vielleicht auch deinen Vater wiederfinden. Deine Suche muß jetzt beginnen. Finde einen Lehrmeister." Als ich meine Augen öffnete, war meine Trauer über den Verlust meines Vaters verschwunden. Sie war einem Gefühl der Melancholie gewichen. Ohne zu zögern packte ich meine Sachen und machte mich auf die Suche.

Die Einzelheiten meiner ersten Reise werde ich euch ersparen, meine Freunde. Vielleicht erzähle ich euch einmal davon, wenn wir am Feuer im Hain sitzen und uns der Sinn nach Geschichten ist. Nur soviel... ich fand nach dreiundzwanzig langen Jahren meinen Lehrmeister. Er brachte mir das spielen verschiedener Instrumente bei. Jedoch blieb die Harfe immer mein Lieblingsinstrument, wie ihr sicherlich verstehen könnt. Und ich fand meine erste Liebe. Er war genauso wie ich Mondelf und war nach ansicht meines Meisters nur ein kleiner Gauner mit dem ich nicht meine zeit verschwenden sollte, aber die Liebe war stärker. Taurelias weckte gefühle in mir die ich nicht kannte und er war es auch der mich Körperlich zur Frau machte. Durch ihn lernte ich die Liebe Geistlich und Körperlich kennen. Während dieser zeit zeigte mein Meister mir auch den Weg der Magie. Der Magie die in einigen Liedern steckt, denn Musik vermag die Herzen derer die sie hören zu öffnen und ihnen ein wenig Licht zu bringen. Es war die Magie der Musik, die mich besonders interessierte und so widmete ich mich intensiven Studien.

An einem kalten Winterabend im fünften Jahr meines Studiums kam mein Meister in mein Zimmer. "Lysira. Du hast den ersten Teil deiner Suche beendet. Deinen Meister hast du in mir gefunden und gelernt hast du schneller, als ich es jemals erwartet hatte. Die Magie der Musik ist ein Teil deines Lebens geworden. Du kannst die Menschen erfreuen und ihnen Licht bringen. Dein Vater kann sehr stolz auf dich sein. Beginne jetzt mit der Suche nach dem Einen Lied. Viele sind schon auf der Suche. Ihr werdet euch erkennen wenn ihr euch seht. Tauscht eure Erfahrungen untereinander aus. Es mag sein, das dein Leben vergeht, ohne daß du das Eine Lied findest. Doch gebe die Suche niemals auf, denn nur die Hoffnung und die Zuversicht geben der Welt die Kraft auf dem Weg in die Zukunft." Mit diesen Worten begann der zweite Teil meiner Suche. Die Suche nach dem Einen Lied.
Auf dieser Suche befinde wir uns jetzt meine Freunde. Ja genau, wir.... denn Taurelias begleitet mich dabei er sagte ich lasse dich nie wieder allein Liebling und helfe dir bei deiner suche. Vielleicht vermögt ihr uns auch zu helfen, daß Eine Lied zu finden. Wir werden auf Ewig danach suchen. Ich lernte von meinem Meister viele Lieder, die das Herz erfreuen und der Liebe und der Freundschaft Ausdruck verleihen. Ich werde sie für euch im Hain spielen. Vielleicht ist eines davon das Eine Lied. Wer weiß.?? Das Lied wird sich zu erkennen geben. Wenn die Zeit richtig dafür ist.

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