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 Diebe von Zesstra Veldrin

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Diebe von Zesstra Veldrin Empty
BeitragThema: Diebe von Zesstra Veldrin   Diebe von Zesstra Veldrin EmptyFr Feb 26, 2010 7:53 am

Diebe

Nachts ist es ruhig in Sarkosch. Die Schatten sind kalt. Still. In den Straßen des 1000 Seelen Dorfes an der Schwertküste kehrt ruhe ein. Das Geschäftige Treiben am Tage ist vergimmt wie ein
gelöschtes Lagerfeuer. Der pompöse Marktplatz liegt wie Tot darnieder. Die Stände verlassen.

Einige Stunden entfernt ist das Bild anders. Amn. Die große Stadt. Selbst tief Nachts hört man noch das Singen und Gröhlen aus dem Tavernen. Fackelschein erhellt die Gassen. Manch trunkener
Zwerg wird von der Miliz gestellt und zum ausnüchtern eingeschlossen. Augenscheinlich ist die Nacht wie immer. Der geübte Beobachter würde feststellen das es wirklich so ist. In den Schatten lauern sie. Diebe.

Einige Menschen. Die Zahl nicht genau bekannt. Experten. Der Schatten ihr Schutz. Der Degen ihre Waffe. Langsam huschen sie umher.

Sarb war ihr Anführer. Ein älterer Mann. Erfahren. Hart geworden. Ein ganzes Leben als Dieb hinter sich. Er ist fast zwei Meter groß, dennoch geschickt und beweglich wie eine Katze.

"Heute Nacht. Ist unsere Nacht ..."

Sagte er seinen Männern. Reichtum und Glück würde sie erwarten. In Amn sei eine Goldgrube die darauf wartet von ihnen geplündert zu werden. Unbeachtet von den Diebesgilden und den Wachen würden ein Adeliger ihr Opfer werden.

Seine Männer. Ein haufen Diebe und Schurken. Die Ehrenwerten Herren ... wie man sagte. Mord kam ihnen nie in den Sinn. Ihre Antriebsfeder war das Gold der Opfer. Nicht deren Blut.
Jeder von ihnen ein Experte. Das knacken von Schlössern, Fallen entschärfen oder einfach Taschendiebstahl. In jenem Fach war einer der unerreichbaren Perfektion ungemein nah!

Die 4 Stunde der Nacht schlug. Die Schatten der Gassen und Straßen waren ihre Brücken. Sie näherten sich einem großen Herrengaus. Unter den wachsamen Augen eines Beobachters. Eines Freundes. Vielleicht...

Der Adelsmann. Ein "verdienter" Diener des Hofes. Ein Beamter, vor nicht alzu langer Zeit zu beträchtlichen Reichtum gekommen. Kurz darauf zu seinem Adelstitel. Viel mehr wissen die Diebe
nicht über die Person. Viel mehr wissen sie über das Haus. Zehn private Wachen. Zwei fünfergruppen Stadtwachen die in der Umgebung patroulieren. Das Haus ist nicht fertig. Nicht ganz
Der Dachstuhl ist noch nackt, der Hausherr lebt noch im unteren Stockwerk.

Tiny. Der Kleine. 1.53. Dürr. Wenn sein Kopf irgendwo hindurchpasst, geht der Rest auch durch.
Seine Hände sind schnell. Mit 13 hat er bereits Passanten bei "Hütchenspielen" betrogen. Mit 15 sein erster Einbruch bei seiner verheirateten Schwester.

Mit dem Schatten war er schier verschmolzen. Sein Lederwams war geschwärzt. Um seine Schuhe ein Jutesack, gefüllt mir feinem Stroh. Durch ein Festern kroch er ins Haus. Auf allen vieren. Wie eine Echse bewegte er sich über den warmen Teppichboden. Vorbei an Tischen, alten Kommoden und überdimensionalen Schränken. Zwei Wachen war noch im Zimmer. Eine schlief ... die andere laß ein Buch. Halbaufmerksam blickte sie sich manchmal um. Eine Seite hatte sie vielleicht gelesen, da war Tiny schon im Zimmer des Hausherren. Es lag am anderen Ende des Hauses.
Gitter vor den Fenstern.

Es war nur temporär. Das Zimmer. Dennoch hatte die Einrichtung einen immensen Wert. Besonders das große und weiche Bett. Davon hat Tiny schon oft geträumt. Er war wirklich ein Profi. Er ölte die Scharniere der Gitter an den Fenstern, bevor er sie öffnete und eine Strick für die anderen herunter lies, die bereits an der Hauswand warteten.

Das war es was diese Diebe ausmachte. Tiny hätte sich bedienen können. Goldstücke. Schmuck und vieles mehr. Auch den teilweise vergoldeten Degen des Hausherren. Der vermutlich wertvoller war
als ein ganzer Bauernhof. Dennoch tat er es nicht. Vertrauen und Freundschaft wiegen vielleicht doch mehr als Gold und Edelsteine.

Der Beobachter. Während die Diebe über den Strick ruhig und langsam in das Zimmer des Hausherren kletterten rieb sich dieser die Stirn und grinst.

"Überraschend..."

Zwei weiter Mann kletterten die knapp 4 Meter hinauf zum Schlafzimmer des Hausherren. Sarb der Anführer und Tiari der Halbelf. Tiari war ein verstoßener. Sein elfischer Vater hatte ihn schon vor langer Zeit fort gegeben. Zu dumm sei er, meint Tiari. Er wird wohl nie erfahren das sein Vater ihn schweren Herzens fort gab und nur wenige Stunden später von einigen Drow aufgeknüpft wurde. Er rettet ihn. Der junge Halbelf streunte umher und traf Sarb vor wenigen Wochen, er versuchte ihm sein Gold abzuknüpfen, er erzählte eine äußerst glaubhafte Geschichte von magischen Pilzen die fähig wären Tote wiederzuerwecken und deren Wert immens ist. Sarb müsse ihm nur ein paar Goldmünzen geben und er wäre bei der Expedition zur Suche dieser Pilze dabei. Neun von zehn Menschen hätten ihm geglaubt. Nicht Sarb. Dieser durschaute die anschaulich und glaubhaft erzählte Lüge sofort, gab ihm kein Geld, aber ein Angebot. Seither ist Tiarti zusammen mit Sarb und den anderen unterwegs.

Schließlich kletterte auch die einzige Frau hinauf. Yves. Sie kletterte deutlich schneller als Sarb und Tiari. Überholt Tiari sogar während des Kletterns. Sie war unheimlich kräftig und geschickt. Kraft und Anmut waren in Yves eine fast perfekte Symbiose eingegangen. Yves begleitet Sarb schon seit einigen Jahren. Dieser kaufte sie aus einem suspekten Zirkus frei.
Sie erzählt niemals was damals, während ihrer Gefangenschaft, passiert ist, selbst Sarb weis nichts, es ist auch unbedeutend. Sarb verlässt sich blind auf sie.

Da waren sie. Sarb, Tiny, Tiari und Yves. Drei Meister und eine Meisterin, jeweils eines verschlagenen, diebischen Faches, verbunden durch das gemeinsame Streben nach Reichtum und Glück. Vier Freunde.

Weiter Diebe wollten hinauf doch sie wurden unterbrochen. Das scheppern von Rüstungen und Waffen kündigte Wachen an, sie näherten sich schnell. Sarb gab den anderen ein Zeichen. Sofort verteilten sie sich in den dunkelen Gassen und waren fort. Tiny zog schnell das Seil ein ... gerade Rechtzeitig.

Sarb sah seine Freunde im Halbdunkel des Schlafzimmers verwundert an. In deren Gesichtern sah er jedoch ebenfalls nur Verwunderung und Ratlosigkeit. Die Wachen hätten nicht hier vorbei kommen dürfen, sie hatten teuer für die Pläne gezahlt, die Soldaten hatten eine andere Route. Was war vorgefallen. Dies war beunruhigend, noch beunruhigender war allerdings die Erkenntnis das die Wachen direkt unter dem Fenster stehen geblieben waren ... und warteten ...

Der Beobachter indess war zum Mitspieler geworden ... und lachte laut, nicht das ein sterblicher dieses Lachen hätte vernehmen können ...

Nun. Was sollten sie machen aus dieser Lage. Das Beste. Der Adlige schlummerte noch ruhig. Man könnte fast meinen den Schlaf der Gerechten. Wenige wußten das er seinen Adelstitel erst nach 2 Morden und Unzähligen versteckten Verleumdungen erhalten hatte. Die Wenigen die das wussten schlummern heute auch. Ewig.

Doch zurück zu den Dieben. Sarb. Tiny. Tiari. Yves. Nach einer kurzen Unterredung war klar, am Plan wird festgehalten. Tiny betäubte den Hausherren mit einem weißen Tuch, getränkt mit dem Sud eines seltenen Pilzes. Maaryh. Schlafpilz. Stundenlang würde der Schlummer währen. Tiari indes sah sich den Raum an. Nahm einige der wertvollsten Besitztümer aus seinem Schlafzimmer. Unter anderem das Schwert und fast 200 Goldmünzen. Sarb jedoch suchte etwas deutlich wertvolleres. Den Schlüssel zum Keller.... er fand ihn recht schnell, unter dem Kopfkissen.

Das Haus wurde auf dem Fundament einer alten Villa erreichtet. Sie soll einem Paladin gehört
haben. Genaues ist nicht bekannt. Seit Jahrzehnten stand das Gelände brach, bis die neue
Bauarbeiten begonnen haben. Gerüchte erzählten das während man während der Arbeiten im alten Keller der Villa etwas gefunden haben. Etwas mit riesigen Wert. Sarb glaubte den Geschichten, das sagt schon viel aus. Sarb lässt sich nicht täuschen. Niemals.

Sie gingen langsam weiter. Der Hauptflur war in Dunkelheit gehört. Es war still. Der Atmen der beiden Wachen war leise zu hören. Tiari hörte noch etwas. Sein Gehör war schärfer als das der anderen. Jedoch war es so ein leises Geräusch. Es schien entfernt und doch so nah. Er dachte es wäre nur seine Nervosität. So schwieg er.

Der unbekannte Mitspieler sah ihnen zu und grinste. Der Bastard hatte ihn bemerkt. Interessant.

Wie aus dem Nichts stürzte auf einmal eine Gläserne Vase von einer Kommode. Mit einem schier unglaublichen Reflex fing Tiny sie gerade noch so auf. Mit zitternden Händen hielt er sie. Puh. Langsam und vorsichtig stellte er die Vase zurück. Sarb grinste nur, die anderen fingen erst langsam wieder an geregelt zu Atmen.
Überhaupt kannte Sarb keine Nervosität oder Angst. Zumindest machte es den Anschein. Vertrauen in die eigenen Leute, in den Plan, das strahle er aus. Er wußte die anderen würde es beruhigen. Das tat es auch. Wie schon so oft.

Am Ende des Flures war die Tür. Die Schwere Eisenstür war abgeschossen, ein komplexes Schloss aus hunderten Teilen. Dazu eine gerissene Speerfalle die jeden Unbefugten Aufspießen würde.
Tiny grinste nur. Sein Werkzeug zur Hand legte er zuerst die Falle lahm und öffnete dann die Tür. Innerhalb weniger Minuten. Sarb sah zu Tiny und lächelte. Tiny erwiderte es mit seinem typisch liebevollen Lächeln. Liebevoll nannten ihn einige „Den Dreckspatz“. Auch diesmal waren seine runden Backen schwarz von eine Art Staub oder Ruß.

Dunkele Treppenstufen führten einen steinigen und kalten Weg hinab. Die Dunkelheit war so dicht, man sah nicht die eigene Hand vor Augen. Tiari führte sie an, er war der einzige der überhaupt etwas sehen konnte ... eine Fackel anzuzünden ... das wäre zu gefährlich.

Der Gang schien ewig. Er war auch deutlich länger als erwartet. Über 100 steile Stufen legten
sie zurück, ehe sie in einen schwach beleuchteten Raum kamen. Eine halb heruntergebrante Fackel zeigte dicke, steinerne Wände und einen braunen erdigen Boden. Es roch nach Moos und Sumpf. Man versank bei jedem Schritt etwas im weichen Boden...

Noch bevor sie sich wirklich in der Umgebung orientieren konnten hörten sie knurren. Es war nicht laut, aber prägnant. Sofort zogen sie ihre Waffen. Sarb sein Langschwert, Tiny seine beiden Dolche, Tiari spannte seinen Kurzbogen und Yves schwang ihre Streitaxt. Sie war es auch die in direkter nähe zum knurren stand. Sie bildete oft die "vorderste Front".
In einer dunklen Ecke waren zwei Augen zu sehen. Rot glühend. Langsam trat eine schreckliche Gestalt aus dem Schatten. Klamm löste es sich. Der Fackelschein fiel auf das knochige Gerippe eines Wolfes. Nur Hautfetzen und verfaultes Fleisch hing noch an dem kahlen, verblichenen Knochengerüst. Die Reißzähne waren unheimlich lang und bedrohlich, ebenso die Klauen die nicht natürlich sein konnten.

Unseren Dieben fuhr der Schrecken in die Gebeine. Sarb war der einzige der jemals zuvor einen Untoten gesehen hatte. Einen Zombie auf dem Jahrmarkt. Yves jedoch schien keine Angst zu haben, wie im Rausch war sie, sofort lies sie ihre Streitaxt fallen und nahm ihren Streitflegel. Exakt zu diesem Zeitpunkt griff auch der Wolf an, er preschte vor, sein Maul weit aufgerissen.

Yves und der Wolf prallten zusammen, noch bevor Sarb oder die andern hätten reagieren können.

Nein. Genauer gesagt prallte der Wolf mit Yves Streitflegen zusammen. Der Kopf des Fleges wurde regelrecht in das Maul, den Schädel es Wolfes getrieben, der Unterkiefer riss ab und der Schädel wurde von einem mächtigen Riss durchzogen, Zähne, Fänge und Knochensplittert verteilten sich im Raum. Das Monster wurde zur Seite geworfen, so stark war die Wucht. Auch Yves stürzte zu Boden vor Wucht.

Nur langsam rappelt sich die Diebin wieder auf. Das Monster indes griff schon wieder an. Trotz des demolierten Schädels war die Kraft hinter dem Angriff unvermindert. Die Augen des Wesens flackerten Rot auf wie ein fremdartiges Feuer. Yves war sein Ziel. Er stürzte auf sie los, die Krallen abgespreizt. Er sprang zwei Meter vor ihr ab und würde sie allein mit der Wucht seines Angriffes zerfetzen.
Es würde jedoch nicht so weit kommen. Sarb hatte sein Eisernes Schild in der Hand. Ein billiges, aber massives Stück, Sarb nimmt es nur selten zur Hand, zu schlecht kann er damit umgehen. Doch hierfür würde es reichen. Es wird reichen müssen.

Tatsächlich traf Sarb das Wesen. In der Luft. Die Wucht des Aufpralls war wieder immens. Knochen splitterten und das Wesen wurde durch die Luft geworfen. Einige Rippen und sogar einige Wirbel hatte es verloren, unzählige waren gesplittert und
eingerissen. Das Wesen rutschte in die Ecke. Sarb stand gerade noch ... er warf das Schild fort und griff erneut zu seinem Langschwert. Er wartet keuchend auf den Angriff. Tiny stand ihm zur Seite. Tiari zielte zitternd auf das Wesen. Er hatte bisher nicht schießen können. Er hätte einen Freund treffen können.

Der Wolf rappelt sich auf. Man sah ihm an das Sarbs Treffer "Eindruck" hinterlassen hatte. Nur sehr wackelig stand das Wesen da. Mehr schlecht als Recht. Es röchelte, ein schlechter versuch so etwas wie ein Brüllen zu produzieren. Der Wolf schien zu warten, seine Kräfte zu sammeln. Yves indes humpelte zu ihren Freunden. Baute sich neben ihnen wieder auf.
Alle sie erstarren als sie sahen wie die Knochen des Wolfes sich langsam neu formierten. Rippen verwuchsen, einzelne Wirbel trennten sich. Wenige Sekunden später stand der Wolf wieder fest. Halbwegs. Tiardi fluchte über seine eigene Angst. Wie Espenlaub zitterte er.

Konzentration forderte Sarb, der Anführer. Tiny hatte sich indess seine Schleuder gegriffen und schwang sie in schnellen Kreisen.
Yves funkelte den Wolf böse an.

"Teuflische Kreatur. Ich verarbeite dich zu Knochenpulver"

Tiny kicherte ... der Wolf indess knurrte leise ... bereitete sich vor ... auf seinen nächsten Angriff ..

Die beiden Fronten sind Konzentriert. Yves schwingt ihren Streitflegen, wartet darauf den einfallenden Wolf abzuwehren. Sarb steht bereit nachzusetzen und Tiny schwingt seine Schleuder. Tiari indes hat Angst. Zittert immer noch. Er versucht angestrengt zu zielen. Die Bogensehne hält er gespannt, schon seit Minuten. Er spürt nicht den Schmerz und den Krampf der langsam über seine Arme bis in seine Schultern kriecht. Nein. Er spürt nur blanke Angst und Entsetzen.

Tiny ist es der den Kampf erneut entfacht. Seine Schleuderkugel trifft den Wolf direkt am Schädel, hinterlässt jedoch nur oberflächlich Schaden. Der Wolf gerät erneut mit Yves zusammen. Dieses mal jedoch überrennt er die geschwächte Frau. Er versucht sie zu beißen, direkt am Hals...Genickbiss. Jedoch scheitert er ohne Unterkiefer, blind versucht er es weiter und schneidet mit seinen Zähnen Wunden in den Hals und Gesicht von Yves.

Sarb brüllt und schwingt sein Langschwert, es bleibt in einem der Wirbel stecken. Es knackt laut, das Tier macht ungestört weiter.
Wütend schlägt er mit den blanken Fuß nach der Kreatur nur um sie von Yves zu bekommen. Ein mal. Zwei mal. Drei mal. Dann hört man einen lauten Knack. Die Wirbelsäule des Wolfes berstet gerade zu unter dem Druck von Sarbs tritten. Knochen Splittern, ein stummer Schrei, unhörbar für einen Sterblichen.

Es ist vorbei. Die Augen des Wolfes sind tot. Wo vor kurzem noch loderne Flammen waren sind nun nur noch schwarze Löcher. Sarb Tritt hatte die Überreste des Untiers fast über den gesamten Raum verteilt.

Sarb beugte sich sofort zu Yves. Tiny kurze Zeit später ebenfalls. Sie war verletzt. Yves war schön. Ihr Körper trainiert und hart, ihr Gesicht war im Gegensatz dazu weich und schön.

Die Wunden waren tief und verteilten sich vom Hals über das Kinn bis hin zu den Backen. Sie blutete recht stark und zitterte am ganzen Körper. Es war wirklich großes Glück das die Wunden nicht tief genug waren um die Halsschlagader zu verletzen. Die Narben jedoch werden sie bis an ihr Lebensende entstellen.

Tiari beruhigte sich erst langsam wieder. "Tiari komm schon! Sie braucht Hilfe!" Tinys Ruf lies ihn erst aus dem Schock erwachen .. er taumelte zu den anderen und beugte sich über Yves.
Tiari war ein guter Bogenschütze und ein gerissener Dieb. Aber auch ein Heiler. Als er die Wunden sah war er wieder vollends aus seinem Schock erwacht. Schnell verband er die offenen Stellen, stoppte die Blutung. Kamille sollte den Wundkrampf verhindern.

Nach 20 Minuten war sie stabilisiert.

Sarb seufzte und sagte ..."Wir verschwinden."

Er ging voran während Tiny und Tiari Yves abstützten und mehr schlecht als recht schleppten. Er erstarrte vor Schreck. Die Treppen ... waren fort. Nur noch eine steinerne Wand. Sarb tastete sie ab, da war nichts. Massiver Stein.

Mit entsetzter Mine sah er zu seinen Freunden .. die ihn fragend anblickten.

"Der Weg ... er ist ... fort ... "

Gefangen. An irgendeinem Fremden Ort. Tot. Das war der erste Gedanke. Wir werden sterben.

Tiari lies Yves fast fallen. Tiny hatte sie gerade noch so in der Hand "Hey!" schrie dieser.

Der Halbelf indes sprach mit Verzweiflung: "Was heißt KEIN Weg? ... Wir sind doch da über die Treppen da in diese Todesfallen gekommen ... !"

Er lies Yves entgültig zu Boden und rannte an Sarb vorbei .. er erschrak als er die kahle Mauer sah untersuchte sie mit seinen Händen, strich über das kalte Gestein.

"Verdammt! Bist du übergeschnappt" schrie Tiny ihm noch nach ... während er langsam Yves zu Boden lies ... danach ging er zu Tiari ... stupste ihn an und wollte gerade etwas sagen als er die massive Felswand sah ... sein Atem stockte ... "Verdammt" sagte er noch leise...

Die nächsten Stunden verbrachten unsere Diebe mit rasten. Nachdem sich auch Tiari beruhigt hatte sprach Sarb zu ihnen.

"Sagen wir es wie es ist ... wir stecken tief im Dreck ... ich weis nicht was hier vor geht ... aber wir kommen wohl nicht darum es heraus zu finden ..."

Ein kleiner Streit begann ... wobei man drei Seiten festlegen konnte ... Sarb war wie so oft der ruhig Fels. Nerven behalten. Langsam voran tasten. Tiari geriet immer mehr in Panik. Sie würden sterben! Tiny blieb neutral, fast wie ein Schiedsrichter. Ohne ihn hätten Tiari und Sarb sich wohl gegenseitig zu Tode geschrien.

Yves indes schlief. Ihre Verwundung hatte den Körper geschwächt. Sie bekam leichtes Fieber, ihr Körper schien gegen die langsam aufglimmenden Infektionen zu kämpfen.

Nach einer Stunde begaben sie sich auf dem Weg. Tiari stapft wütend hinter Sarb und Tiny die Yves stützten. Seine Gefühlslage war zwiegespalten, zwischen Angst und Wut!

Sie öffneten die mittlerweile einzige Tür im Raum und gingen los. Ein schier endloser, steinerner Gang tat sich vor ihnen auf, nur schwach beleuchtet von einigen Fackeln und mit dem selben weichen und nachgiebigen Erdboden...ihr verstohlener Begleiter indes kichert hämisch während er ihnen langsam folgte ...

Der Gang zog sich schier in die Ewigkeit ... es kam ihnen so vor als würden sie schon Stundenlang wandern. Sarb seufzte als sie scheinbar zum Ende des Ganges kamen, zwei blutrote Holztüren waren da. Beide schienen seltsam aufgedunsen Tiny gab seiner Neugier nach und berührte die Tür, weich war sie, feucht. Lebendig möchte man fast meinen.

Beide Türen hatten weder Griff noch Schlüsseloch, dort wo man diese erwarten könnte waren nur zwei leere Stellen, als hätte man sie entfernt. Dieser Gedanke war für einen Dieb vielleicht noch schwerer zu verstehen als für jemand anderen. Ein Dieb verstand was ein Schloss war ... kompliziert und in seiner Position fest. Es war absurd.

"Wir haben keine Zeit für so etwas" sagte Tiari nur kurz, er trat vor und führte einen Hieb aus, sein Kurzschwert schnitt sich in die Tür, als wäre eben jene aus Fleisch, eine Art Blut spritze,
nur das es dicker und dunkler war als normales Menschenblut.

"Bist du des Wahnsinns" schrie Tiny. "Du wirst sonst noch ein Unheil über uns bringen ... !"

Die beschädigte, oder vielmehr verwundete Tür floß plötzlich zusammen, als wäre sie aus Eis oder einer Art Gelatine. Eine Rote, dicke Flüssigkeit. Dahinter wurde ein Raum sichtbar. Jedoch würden sie wohl nicht so schnell in diesen Raum kommen ... diese Tür, diese Flüssigkeit, sie lebt, sie denkt und sie war nun zornig. Der etwa 1m im Durchmesser und 60 cm hohe Tropfen bildete so etwas wie Tentakel. Acht an der Zahl. Spitz wie Speere und mit langen Stacheln versehen. Diese verhärtete innerhalb von Sekunden und waren nun gefährliche Waffen.

Im Körper dieser, vor ihren Augen neu Entstandenen Bestie, sah man kleine Kugeln und andere Formen, verschwommen durch die kaum Lichtdurchlässige Flüssigkeit, als wäre es Organe die jedoch frei umher schwammen. Es war vielleicht besser das unsere Diebe nicht erkannten das es in Wirklichkeit Knochensplitter und sogar ganze Knochen waren. Die Wunde die Tiari dem Wesen beigebracht hatte verwuchs fast sofort wieder, eine Art Narbe blieb jedoch über.

Tiny war der erste der auf die neue Gefahr reagiert. Sofort griff er sich seine Wurfpfeile und schleuderte sie der Kreatur entgegen, sie bohren sich tief ins Fleisch, die dunkelrote, zähe
Flüssigkeit spitze wie verfaultes Fleisch umher. Sarb, der inzwischen die noch schwache Yves stützte, setzt diese etwas abseits ab und griff zu seinem Langschwert, Tiari indess taumelte
zurück, seinen Bogen bereits spannend.





Die Kreatur kroch langsam in ihre Richtung, seltsame Geräusche waren von ihr zu hören, es glich einem leisen kreischen. Die Tentakel bewegten sich wie lebendige Peitschen, schnell und züngelnd.

Was nun. Tiari zielte. Er wußte nicht wohin. Das Wesen hatte keine Strukur, keine Kopf, keine Arme oder Beine. Nur einen großen, sich ständig verändernden Körper und umherschwingende Tentakel.

Er zögerte noch während Sarb entschlossen der Kreatur entgegen trat. Er schwang sein Schwert wie gewohnt und schnitt zwei der Tentakel ab. Mehrere der verbliebenen Tentakel verfehlten Sarb nur knapp, dieser wich zurück und mußte erschrocken zusehen wie die gerade abgetrenten Tentakel einfach nachwuchsen.

Tiari hatte sich nun entschieden, sein Pfeil sauste in Richtung des Feindes und bohrte sich sehr tief in die Kreatur. Er hatte sich ganz in das Wesen gebohrt das nun durch die kleine Öffnung erneut zu Bluten schien, einen Moment später war auch diese Wunde verwachsen.

"Verdammt!" Schrie Sarb während Tiari entsetzt zurück trat. Beide wichen zu Yves zurück. Tiny jedoch hatte eine Idee, einen Plan.

"Friss das du halbgare SOßE!" Schrie Tiny und warf dem Monster eine kleine Kugel entgegen. Ein Gefäß, gerade mal faustgroß. Der Effekt war jedoch eindrucksvoll. Die Kugel berstete beim Auftreffen und eine brennende Flüssigkeit verteilte sich im Engen Gang der plötzlich stark erhellt wurde. Die Kreatur schrie, es war ein fremdartiger Schrei der jedoch eindeutig dem starken Schmerz zuzuschreiben war den das Wesen nun spürte. Durch die Hitze platze die Haut an mehreren Stellen auf, die Tentakel brannten. Dennoch bewegt sich das Ding. Es kam immer näher und selbst Tiny war nun erstarrt ...

"Komm schon ..." wiederholte er immer wieder und tatsächlich wurde es langsamer und blieb stehen. Langsam Quoll den Dieben ein Ekelhafter Geruch in die Nase. Verbranntes Fleisch ...

Langsam erst beruhigten sich die Diebe. Sie wichen etwas zurück, ein dichter, schwarzer Rauch quoll aus den Rabenschwarzen und völlig verkohlten Überresten der Kreatur. Er biss in den Augen und nahm einem die Luft.

"Was war das?" Fragte Sarb noch immer etwas außer atem.

"Was auch immer es war ... ich weis was es jetzt ist ..." sagte Tiny und grinste, zufrieden mit sich.

Yves indes gewann wieder an Kraft. Tiari hatte sich gut um sie gekümmert, der Wundbrand ging zurück und sie konnte wieder gehen.

"Gut ... das ihr das ohne mich geschafft habt ... jetzt bin ich ja wieder da" Yves grinste

Allesamt waren etwas verwundert. Besonders Sarb. Yves war eine Freundin, eine kräftige dazu, sie hielt mehr aus als sie drei zusammen, aber dennoch ... so schnell hätte sie sich nicht erholen können.

Trotzdem. Alle waren erleichtert, so belies man es dabei. Yves konnte wieder helfen, halbwegs.

Vorsichtig gingen sie wieder vorran. Der Rauch hatte sich verzogen und nur die verkohlten Reste waren übergeblieben. Vorsichtig schlichen sie an den Überresten vorbei durch die Öffnung, die zweite rote Tür berührten sie nicht.

Völlig überrascht blickten sich die Diebe um. Plötzlich waren sie in einem riesigen, kuppelförmigen Raum. Raum ist der falsche Begriff, es war mehr eine Höhle. Etwas seltsam war das schon, so tief unter der Erde waren sie doch gar nicht. Die immense Größe war beeinruckend, die tiefe Dunkelheit erschreckend.

So muss das Unterreich aussehen dachten sich Sarb während sich unsere Diebe langsam voran gingen. Es war dunkel, nirgends eine Fackel oder etwas. Seltsame Pilze erhellten die Umgebung nur Schwach. Sarb, Tiny und Yves trugen Fackeln, Tiari konnte halbwegs sehen. Jedoch war es seltsam. Die blassen Lichter der Flammen wurden scheinbar von der Dunkelheit gefressen, die sich wie ein Leichentuch über die Gegend legte.

Eine Stunde gingen sie durch diese riesige Höhle die kein Ende zu nehmen schien, der Boden auf dem sie gingen war schwarz und staubig. Mächtige Tropfsteine hingen von der Decke die jedoch mindestens 30 Meter entfernt schien. Vereinzelt trafen sie auf große, ebenfalls graue, Steine die sie umgingen oder über die sie kletterten. An einem der größeren machten sie halt. Eine kleine Rast.

Nichts in der Umgebung taugte zum Feuer machen. Kein Holz kein gar nichts. Abgesehen von den Pilzen. Am Ende brannte ein kleines von Pilzen genährtes Feuer. Sie aßen etwas. Mehr gezwungen. Bei Kräften bleiben mussten sie, dieser Albtraum ist bald zu Ende. So lange müssen sie überleben.

Im ganzen betrachtet war das kleine Feuer und die Gruppe wie eine kleine Insel des Lichts. Um sie herum war eine dichte, endlos anmutende Dunkelheit. Selbst Tiari vermochte nicht weit hinein zu blicken. Doch andere Wesen vermochten hier zu leben. Vermochten hier zu sehen und hier zu jagen.

In der Dunkelheit erschienen zwei Punkte. Glimmend und vergleichbar mit Feuer, allerdings blutrot.

Tiari erblickte als erster diese Punkte die aus der schwarzen Dunkelheit stachen. Zuerst konnte er sich keinen Reim darauf machen. Dann tauchten zwei weitere Punkte auf und noch ein paar. Drei Paar dieser Punkte die plötzlich in Bewegung waren, näher kamen.

Tiari stockte der Atem.

Er sah zu Sarb. Diesem lief ein kalter Schauer über den Rücken als er das vernahm was Tiari leise und mit zitternder Stimme sagte:

"Drow"

Sofort sind alle aufgesprungen. Vielleicht zehn Sekunden. Schon hatten sie ihre Waffen parat.
Das schwache Licht der Flamme zeigte nur dunkelgraue Schatten mit einem Funken Rot die sie einkreisten, die Geschwindigkeit war Atemberaubend. Man hört flüchtig ein kaltes Lachen.

Dann waren sie fort. Selbst das Rote funkeln ihrer Augen. Es war still. Für einen Moment lang friedlich.

Keiner von ihnen hatte zuvor je einen Drow gesehen. Vieles erzählte man über diese grausamen Kreaturen. Schlaue Jäger sollen sie sein, ohne Gnade. Tiari hatte mal die Verwüstung gesehen die diese Wesen anrichten konnte. Über Nacht hatten sie einen Handelsposten dem Erdboden gleich gemacht, nicht ein Lebewesen war am nächsten Morgen noch spürbar warm. Doch diese hatten noch Glück sagte man ihm. Jene Unglücklichen die von den Drow verschleppt wurden drohte in den Tiefen des Unterreiches noch viel schlimmeres.

Es blieb ruhig. Minuten lang. Sie hatten nur eine Chance wenn sie beim Feuer, beim Licht bleiben würden. Doch selbst dieses schien den Mut zu verlieren und langsam zu verglimmen.

Das erste Geräusch nach Minuten der Stille war ein erstickter Schrei. Tiny. Sie reagierten schnell aber die Drow waren schneller. Tiny war fort. Sarb sah gerade noch zu Tiari, der verängstigt in die Dunkelheit sah, als dieser einen Moment später von eben jener schier verschlungen wurde.

Dann wurde es Schwarz ...

Es folgte eine seltsame Unterhaltung. Sarb stand inmitten einer art Schachbrett. Alleine. Vor ihm reihten sich Schachfiguren. Riesig und säuberlich aufgestellt. Sarb spielt gerne Schach. Sein einziges wirkliches Hobby. Eine Stimme kam schier aus dem nichts. Sie klang tief und kraftvoll, hallte lange nach. Ein boßhaftes und herzliches Lachen. Zwei riesige Augen erschienen schier aus dem nichts.

Jedes einzelne so groß wie Sarb selbst.

Als der Dieb wieder zu den Figuren blickte waren sie verändert. Erschreckend Verändert.

Die Bauernreihe bestand aus grobschlächtigen Kreaturen wie Orks und Hobgoblins. Dahinter standen Mächtige Feuerriesen als Türme, Schwarze Ritter als Springer, Drow Asassinen als Läufer. Königin war ein wunderschöner Sukkubus. Der König schließlich war ein einfacher Mensch, jedoch mit schwarzer und schuppiger Haut. Sarb sah diesem Wesen in die Augen und wusste sofort das dies ein schwarzer Drachen war. Er spürt es einfach.

"Sarb Vermar" sagte die Stimme

"Du wirst für deine Eindringen und deine Fehler zahlen!"

"Doch zuvor wirst du Leiden! Zu meinem VERGNÜGEN!"

Die Stimme lachte erneut laut ... und Sarb erwachte aus dem seltsamen Traum ...

... in einer kalte und feuchten Zelle. Völlige Dunkelheit umgab ihn und er war alleine. Das dachte er zumindest ...
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