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 Schicksal der Rache von Phinix

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Schicksal der Rache von Phinix Empty
BeitragThema: Schicksal der Rache von Phinix   Schicksal der Rache von Phinix EmptyFr Feb 26, 2010 7:59 am

Wandel in den Zeiten

Ein in braunen alten Tüchern verhüllter Mann steht am Bug eines Schiffes, welches gerade Suzail verläst und blättert durch ein schon recht abgenutztes Buch und liest sich einige Abschnitte daraus durch.

Erster Tag des siebenden Monat im Jahre 1362:
Weiter als heute war ich noch nie zuvor von meiner Heimat entfernt. Es ist ein seltsames Gefühl, so die Insel zu verlassen, auf der ich bis jetzt mein gesamtes Leben verbrachte, aber es muss sein. Dort würde ich nachdem, was ich getan habe, nie wieder zu mir finden. Ich hoffe nur, dass man mein Haus nicht an dieser einen Tat misst, die ich im Wahn begann. Das Blut Unschuldiger klebt an mir. Nur weil einer von ihnen unrecht tat. Das schlimmste von allen ist noch. So sehr ich es mir wünsche. Die Tat selbst bereue ich nicht. Nur den eigenen Verlust, welcher mich nun heimsucht. Nun muss ich wieder zu mir finden, um mich zu beweisen. Nur so kann ich wieder in meine Heimat zurück.

Zwölfter Tag des ersten Monats im Jahr 1364:
Rendor, welcher mich bis jetzt begleitete, hat sich nun auf die Heimreise gemacht, um nach dem Rest meines Hauses zu sehen. Ich werde wohl weiter Richtung Nordosten weiter ziehen. Immer weit entfernt von anderen, damit ich niemanden mehr schaden kann.

Vierundzwanzigster Tag des neunten Monats im Jahr 1365:
Vor einigen Tagen traf ich hier in der Einsamkeit auf eine mondelfische Druidin. Ihr Name ist Celeil und trotz ihre anfänglichen Furcht, reisten wir die letzten Tage gemeinsam durch diese unendlichen Wälder. Dies lag wohl auch daran, dass sie nicht im geringsten wusste, wo sie war und sich nicht orientieren konnte. Mit den Tagen verstanden wir uns immer besser. Auch wenn sich die unseren Wege bald wieder trennen, so habe ich diese Zeit richtig genossen.

Dritter Tag des vierten Monats im Jahr 1366:
Schon wieder hat sich Celeil verlaufen. Inzwischen habe ich mir ihren Weg angepasst, da sie ansonsten anscheint nur im Kreis laufen würde. Sie spricht kaum über ihre Vergangenheit. Was sich gut trifft, da ich das selbe tue. Jedoch scheint es sie zu stören nur wenig über mich zu wissen und versucht immer mehr über mich zu erfahren.

Dreizehnter Tag des zehnter Monats im Jahr 1370:
Heute vor vier Jahren gestanden wir uns gegenseitig unsere Liebe zueinander und mit der Zeit habe ich mich ihr immer mehr geöffnet. Sie will sich nun an einem schönen idyllischem Flecken dieser Welt niederlassen und diesen Wunsch teile ich mit ihr. Mir ist alles egal außer sie. Möge die Vergangenheit in meiner Heimat ruhen und ich mir hier eine neue Zukunft erschaffen.
Doch ein was beunruhigt mich in den letzten Tagen sehr. In den Nächten sehe ich immer wieder teile des Waldes brennen und dies aus den unterschiedlichsten Richtungen. Ich versuche uns zwar so schnell wie Möglich aus diesen Wäldern raus zu führen, doch mir scheinen diese Brände von Tag zu Tag näher.

Achtzehnter Tag des zehnten Monats im Jahr 1370:
Es ist alles verloren. Vor wenigen Tagen wurden wir von Waldelfen, die hier einen Krieg gegen aufsteigende dunkle Drow führen festgehalten. Nur Celeil und der Tatsache, dass ich keine Waffe mit mir führe, ist es zu verdanken, dass ich sie überlebte. Diese Waldelfen brachten uns in ihr Lager und banden mich an einen Baum fest, während sich Celeil frei bewegen durfte, so lange sie das Lager nicht verlassen würde. Sie versprachen ihr, dass wir zwei gehen dürften, sobald die dunkle Gefahr gebannt sei.
Aber die Drow waren schneller. Sie griffen gestern Nacht dieses Lager an und vielen regelrecht über die Elfen her. Celeil verteidigte mich so gut es ging, da ich noch immer an den Baum gebunden war. Doch dann geschah das Unglück. Einer der Drowsoldaten schoss auf mich, mit seiner Armbrust, doch Celeil warf sich dazwischen und viel vor mir zu Boden. Ich nahm sie noch ein letztes mal in den Arm, bevor sie starb, während sie mich anlächelte.
In mir brach nun wieder die alte Narbe auf. Ich ergriff in Zorn und Wahn ihr Schwert, schnitt mich los und tötete so viele Drow wie ich konnte. Irgendwann in der Morgendämmerung kam ich wieder zur Besinnung. Das Lager war nur noch ein großes Schlachtfeld und die siegreichen Waldelfen setzten den vor der Sonne fliehenden Drow nach. Ich hingegen begrub Celeil an einem entweihtem Schrein des Silvanus und schwur an ihrem Grab Rache, an jedem dunklen Drow zu nehmen. Danach nahm ich ihr Schwert ging in die verwüstete Schmiede des Lagers und schmolz ihr Schwert, zusammen mit einigen anderen Metallen zusammen und schmiedete mir eine neue Waffe, welche für die Jagd nach dem dunklen Feind gedacht war.
Die Walelfen hingegen mieden mich und ließen mich ziehen.

Dreißigster Tag des zehnten Monats im Jahr 1370:
Heute richtete ich den letzten verbliebenen Drow, von der Schlacht, nieder. Doch nun verspüre ich immer mehr die Leere in meinem Herzen, welche durch den Verlust entstand. Ich werde wohl nun weiter Richtung Osten ziehen und helfen wo ich kann und erwünscht bin.

Vierter Tag des ersten Monats im Jahr 1372:
Trotz des sehr hohen Verlustes und der Leere in meinem Herzen sehne ich mich immer mehr nach Ruhe. Ich habe die letzten Jahre nur in ständiger Wanderschafft zugebracht und sah in meinen Träumen immer wieder jene eine Nacht, als Celeil starb. Ich werde mich wohl für einige Zeit in diesem Städtchen namens Mandenthal niederlassen, da es mir ruhig und friedvoll erscheint.

Das genaue Datum ist verwischt nur noch das Jahr 1372 ist zu erkennen:
Die Bürger dieser Stadt schienen mich recht schnell akzeptiert zu haben und ich versuchte mir hier einen Namen als Rüstungsschmied zu erarbeiten. Doch seit einiger Zeit wurden auch hier die Zeiten unruhiger und die Vergangenheit schien mich nun eingeholt zu haben. Ein Drowhaus namens Veldrin lies sich hier im Untergrund nieder und lockte nun Personen beider Seiten nach Mandenthal. Einer dieser Personen ist Unen Teglefer ein Waldelf und Diener des Shevarash. Trotz meiner erkennbaren Herkunft, schein er gescheit genug, mich zu respektieren und mit der Zeit wurden wir recht gute Freunde. Für ihn beschloss ich auch, mich unter die dunklen Dorw zu begeben, um sie auszuspionieren. Dies scheint auch sehr gut zu laufen. Jedoch haben sich auch andere Dinge verändert.
Ich traf auf Cara Amraphel eine Amazonenprinzessin, welche sich hier wohl niederlassen will.
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BeitragThema: Re: Schicksal der Rache von Phinix   Schicksal der Rache von Phinix EmptyFr Feb 26, 2010 8:00 am

Die Tage sind nicht mehr lesbar, aber es ist der zwölfte Monat des Jahr 1372:
Die Zeiten wurden für die Bürger Mandenthals und des gesamten Königreiches immer gefährlicher. Die Drow sind nicht mehr der einzigste Feind. Die Roten Magier greifen nun immer wieder mit Portalen an und die Bürger sind auf ein Bündnis mit den Drow angewiesen.
In mir ist die alte Unruhe auch wieder erwacht. Zum einen, da ich vor ein paar Wochen von einem Werwolf gebissen wurde, als er mich im schlaf überraschte und bevor ich ihn töten konnte. Durch diese Veränderung in mir, fällt mir die Selbstkontrolle, welche ich brauchte, um diesen elenden Drow gegenüber zu stehen, immer schwerer. Ich wünsche mir nur noch, dass es nicht mehr sein müsste, immer wieder dort runter zu gehen.
Aber zum Anderen bin ich nun glücklicher als je zuvor, denn nun bin ich auch in der Lage meine Gefühle zu Cara offen zu zeigen und Celeil los zu lassen.

Die Person schlägt die letzte, noch leere Seite auf und schreibt hinein.

Siebender Tag des fünften Monats im Jahr 1373:
Ich Narr. Ich dachte ich könnte meinem Schicksal der Ruhelosigkeit entkommen. Vor acht Tagen brach diese Lüge auseinander und die kalte Wahrheit offenbarte sich mir, auf grausamste Art und Weise.
In den Tagen zuvor verlor ich immer öfters des Nachts die Kontrolle über mich und fand mich immer westlicher am Morgen danach wieder. Doch ich wollte dieses Zeichen nicht sehen. Ich vernahm die Warnungen nicht, da ich nun an ein höheres Ziel dachte, höher als die eigenen Interessen. In diesem Glauben trat ich sogar den Hafnern bei. Doch auch da sah ich die Vorzeichen nicht. Erst als die Gesellschaft, welche ich zu verteidigen glaubte, Cara wegen einer guten Tat hängen wollte und sie nur eher durch Zufall dem Strick entkam, kamen mir Zweifel. Doch diese verwarf ich zu schnell, so sehr hing ich an dieser Scheinwelt, welche sich um mich aufbaute.
Vor acht Tagen wurde nun diese Scheinwelt für immer zerstört und mit ihr auch meine Hoffnung auf bessere Zeiten für mich. Die Drow wussten schon lange von meinen wahren Zielen, doch nun zogen sie erst die Schlinge aufs grausamste zu. Cara, der Mensch für den ich selbst durch die tiefsten Höllen gehen würde, wurde von ihnen getötet und mich brachten sie in ihr Reich runter. Dort folterten sie mich Tage lang. Doch es war mir egal. Mehr Leid als sie mir angetan hatten, konnten sie nicht mehr. Die Schmerzen in mir wurden immer unerträglicher und brachten mich an den Rande des Wahnsinns und der Aufgabe.
Da wurde mir eines bewusst. Ich bin nicht für ein ruhiges Leben oder für den Kampf für ein übergeordnetes Ziel geschaffen. Ich bin weder da um die Gerechtigkeit oder das Gute siegen zu lassen, sondern nur um dem Bösen aus tiefsten Hass heraus Schaden zuzufügen. Rache ist mein Weg, Rache gegen jegliches Dunkle. Egal ob Drow, Unotode, Dämon, Duerga oder irgend einem anderes fehlgeleitetem Wesen. Doch diesen Weg kann ich nicht allein, aber auch nicht mit anderen gehen, die nicht fühlen können, was ich fühle. Die Zeit der Rache ist für mich noch nicht gekommen, aber vielleicht für andere und so brach in mir wieder der Wille zum Leben aus, auch wenn es nur für die Rache an allem Bösen ist. Dies gab mir die Kraft dem Werwolf in mir genug Stärke zu verleihen, um zu fliehen.
Am nächsten Morgen fand ich mich nahe Suzail wieder. Überall an meinem Körper haftete getrocknetes Blut und meine Ausrüstung lang wild in Stoffen gepackt neben mir. Ich weis zwar nicht wie ich es geschafft habe, aber ich schaffte es zu fliehen und kenne nun mein Ziel.

Möge das Feuer des Bösen ruhig brennen,
mein inneres Feuer wird ihnen die Luft rauben.
Möge sich das Böse schnell ausbreiten,
ich werde angetrieben von meinem Hass schneller sein.
Möge das Böse die Guten leiden lassen,
ich werde sie um so mehr bis in ihre tiefste verkommene Seelen leiden lassen.
Möge das Böse Schneisen aus Tod und Zerstörung ziehen,
ich werde dort um so mehr Verbündete finden,
die mir helfen werden, um ihren Durst nach Rache zu stillen, so wie sie den meinen.
Allein geht man durch Hass und dem Verlangen nach Rache unter,
doch ich werde nicht lange allein sein.
Zu viele gibt es, die mit mir Gleich fühlen
und wenn die Zeit reif ist, so kehre ich hierher zurück, um die meinen und mich zu rächen.
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BeitragThema: Re: Schicksal der Rache von Phinix   Schicksal der Rache von Phinix EmptyFr Feb 26, 2010 8:00 am

Kapitel 2: Das Schicksal des Geisterschützen

Die Sonne erreicht schon fast den höchsten Stand über der Stadt Proskun. Recht viele Leute haben sich auf dem Marktplatz versammelt. Ein Galgen wurde in dessen Zentrum errichtet und es herrscht eine Volksfeststimmung. Etwas abseits schreitet eine völlig in einer Tyrkutte vermummter Mann auf das Nahe Gefängnis zu.
Als nun dieser Mann vor das Haupttor tritt, sagt er in einem ruhigen Ton zu den Wachen: „Ich bin einer von Mendes Gehilfen. Meinem Meister geht es nicht gut. Ich soll von ihm aus den Schiedsspruch für oder gegen diese Hinrichtung übernehmen.“
Die Wächter lassen ihn misstrauisch passieren, nachdem er ihnen eine schriftliche Botschaft seines Meisters überreicht hat. Kurz darauf wird er in die tieferen Ebenen des Gefängnisses geführt und vor eine massive Tür einer Zelle gebracht.
Bevor die Wache diese öffnet sagt sie zu dem Richter: „Egal wie ihr entscheidet, dieser Bastard wird hängen. Dazu hat er sich hier zu viele Feinde gemacht.“
Der Richter scheint noch einmal zu der Wache zu blicken und erwidert ihr in einem ruhigen Ton: „Wenn er so viele getötet hat, wieso sollte er dann nicht seine gerechte Strafe bekommen?“
Danach wendet er sich ab, während der Wächter noch einmal vergeblich versucht das Gesicht unter der sehr tief sitzenden Kapuze zu erspähen. Kaum hat der Vermummte nun die Zelle betreten, wird diese schon hinter ihm geschlossen. Er schaut sich um. In der kleinen Zelle fällt durch ein erhöhtes vergittertes Fenster Licht ein. Von draußen her dringen volksfestähnliche Schreie ein, welche die Hinrichtung bejubeln.
Noch während der Richter diesen Stimmen lauscht spricht ihn jemand aus dem Dunklen der Zelle an: „Sie wollen mich alle Tot sehen. Ich kann es ihnen nicht einmal verdenken. Doch was mich überrascht ist, dass der ach so hohe Richter Mendes nur einen Gehilfen ausschickt, um dieses Urteil zu besiegeln.“
Danach tritt ein recht heruntergekommener Mondelf, von einst stolzer Statur etwas mehr zum Licht. Seine Kleidung ist völlig zerschlissen. Seine Hände sind übersäht von Narben und zittern leicht. Seine Augen wirken Trüb und seine Lieder vernarbt. Ruhig blickt er den Gehilfen von Mendes an und spricht mit kratzender Stimme: „Verzeiht bitte meine Erscheinung. Aber selbst zu meiner Hinrichtung, läst man mir nur diese Lumpen. Ich bin Tiromaedh Rosend, ältester Sohn aus dem Haus Rosend, letzter Erbe meines Hauses und ihr seit?“
Der Richter mustert ihn kurz, antwortet dann: „Ich bin nur ein Diener meines Gottes und Gehilfe von Mendes, dem Hohen Richter dieser Stadt. Ich wurde erst vor kurzem mit diesem Fall betraut und auch wenn das Urteil fast sicher steht, so will ich doch, dass ihr eure Tat von dort an rechtfertigt, von wann sie nach ihrem Denken an begann. Der Pöbel da draußen, kann noch warten.“
Etwas überrascht mustert der Mondelf abermals den Vermumten, setzt sich dann aber in eine heller Ecke seiner Zelle, überlegt kurz und fängt dann mir ruhiger Stimme an zu erzählen: „Wie ich schon sagte, ich bin Tiromaedh Rosend und entstamme einem ehemals hoch angesehnem Adelshaus dieser Stadt. Geboren wurde ich im Jahr 1062 in dieser Stadt. In meiner Jugend bekam ich Unterricht in den arkanen und in den kämpferischen Künsten. Vor allem schätzte ich den Bogen und verbesserte meine Technik immer mehr, ohne zu ahnen, wofür ich sie später einmal gebrauchen müsste.“
Er hört kurz auch zu sprechen und blickt verbittert zu dem Richter hoch, bevor er dann mit einem verhassteren Unterton weiter spricht: „Meine Familie hatte nicht gerade viele Freunde in den anderen adligen Häusern. Vor allen nicht bei diesen habgierigen Menschen. Jedoch hielt sich dies eigentlich immer in Grenzen. Bis zu jenem Tage, als sie meinen jüngsten Bruder töten ließen. Es war grauenvoll. Er wurde ermordet und die Täter standen bei seiner Bestattung neben uns, in den Reihen der Trauernden. Meine Vater wurde immer verbitterter und klagte die Schuldigen offen an. Doch diese schien es nicht zu kümmern. Im Gegenteil, sie stellten ihn als verrückt dar. Angeblich stürzte er sich selbst in sein Schwert. Aber wir wussten es besser. Niemand glaubte uns. Meine Mutter kehrte irgendwann von der Familiegruft nicht wieder. Angeblich soll sie von Räubern ausgeraubt und getötet wurden sein. Da war nur noch meine Schwester und ich aus unserem Haus übrig. Niemand hörte uns an oder half uns gegen die Schuldigen vorzugehen.“
Der Richter unterbricht ihn in einem ruhigen Tonfall: „Was macht euch so sicher, dass ihr die Täter kennt und warum sollten sie euerer Familie so etwas antun?“
In Tiromaedh Augen funkelt Wut auf, doch diese erstickt schnell in seinem Hass. Er antwortet kalt: „Erst wusste ich auch nicht, warum mein Vater einen gewissen Andaver Ratdos verdächtigte. Als ich mir jedoch die Finanzbücher meines jüngeren Bruders etwas genauer ansah, verstand ich den Grund. Mein Bruder leitete trotz seines für einen Elfen noch recht jungen Alters eine Kämpferschule. Dort gingen die gehobeneren Leute, aber auch Kinder ärmerer Familien in die Lehre. Er war recht angesehen und hatte einiges Erspart. Er behielt aber sein Geld nicht lange beisammen. Sondern verlieh es an die verschiedensten Leute. So gehörte der Wirt Sinkas Vollkrug, der Hafenmeister Astor Sinkschiff, eine einflussreicher Magier Endos Funkenfutsch genauso wie dieser Andaver Ratdos zu jenen, die ihm am meisten schuldeten. Als mein Bruder dann noch rausfand, dass diese elenden Würmer in mehrere Kriminelle Dinge verstrickt waren, forderte er sein Gold zurück. Jedoch weigerten sie sich. Mein Bruder weihte nun meinen Vater ein und wollte es öffentlich bekannt geben. Bevor es jedoch so weit kam, geschah angeblich ein Unfall in der Kampfschule, bei dem er verstarb. Diese fünf und sieben weitere waren die einzigsten Zeugen. Sie müssen also alle dazu gehören. Oder was noch verwerflicher ist, für das Schweigen bezahlt wurden sein.“
Der Richter blickt auf den Mondelfen runter und fragt dann wieder mit seiner ruhigen Stimme: „Wisst ihr was ihr da behauptet? Ihr beschuldigt Männer, die fest in der Gesellschaft stehen und dazu ein Hohes ansehen bei den Bürgern haben.“
Der Elf lächelt bitter: „Ich weis, was ich da sage und es ist die Wahrheit. Ich versuchte es erst offen zu legen. Doch als sie dann auch meine Schwester vergifteten, wollte ich nur noch eins, bitterste Rache. Ich tötete erst die Mörder meiner Schwester. Dann jeglichen Handlanger, samt seinen Angehörigen. Bald begannen sie mich zu jagen. Doch gefasst hat mich keiner von ihnen. Selbst als nur noch sieben von ihnen da waren.“
Etwas trocken entgegnet der Gehilfe von Mendes Tiromaedh: „Nun gefasst hat man euch ja dann doch irgendwie.“
Der Mondelf erwidert ihm bitter: „Ja gefasst hat man mich. Jedoch wurde ich nicht von diesen korrupten Wachen gefasst. Sondern von einem Außenstehenden, welcher damals nur zufällig auf mich stieß“.
Der Vermummte entgegnet: „Einen Außenstehenden? Ihr meint diesen Reisenden, welcher in den Berichten erwähnt wurde.“
Tiromaedh blickt zu den Richter hoch und antwortet ihm ruhig: „Ja ich meine dieses. Leran Phinix war sein Name. Ich hörte diesen Namen nur einmal. Doch gemerkt habe ich ihn mir. Er ist daran schuld, dass ich gefasst wurde. Im gilt ebenfalls mein Hass. Jedoch verspüre ich nicht den Wunsch mich an ihm zu rächen. Was er getan hat, hätte ich in seiner Lage wohl auch getan. Nichtsdestoweniger half dieser Halbdrow trotz seiner anscheint guten Absichten den falschen Leuten.“
Der Richter scheint nicht ganz glauben zu wollen was er hörte: „Halbdrow? In den Berichten wird so etwas nicht erwähnt.“
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BeitragThema: Re: Schicksal der Rache von Phinix   Schicksal der Rache von Phinix EmptyFr Feb 26, 2010 8:00 am

Der Elf lächelt: „Weil niemand anderes ihn wirklich sah. Es muss vor zwei Jahren gewesen sein, also das Jahr 1371. Ich stand vor der Taverne des Wirts, als ich von einer Wache entdeckt wurde. Als ich sie ebenfalls bemerkte, stürmte ich mit gezogenem Messer in die Taverne. Doch plötzlich stand er genau zwischen uns. Seine Gesicht war unter eine Kapuze verborgen und sein Schal im Mundbereich machte es auch für kleinere Wesen unmöglich etwas zu erkennen. Mit so etwas hatte ich nicht gerechnet. Deshalb brach ich das Adentat ab und versuchte über die Küche zu den Gassen zu fliehen. Er noch immer hinter mir, jagte mich über mehrere Straßen, bis hin zu einen abgelegenen Lagerhaus. Dort verschanzte ich mich. Angespannt versuchte ich ihn auszumachen. Es herrschte eine unheimliche Ruhe, welche nur durch die Alarmglocken gestört wurde. Plötzlich hörte ich wie sich eine Tür hinter mir öffnete. Kurz darauf stand er mir gegenüber. Eine Flucht war nun unmöglich, solange er noch leben würde. Mit meinem Langschwert griff ich ihn an und drängt ihn sogar etwas zurück. Jedoch wehrte er recht sicher jeden meiner Schläge mit seinem Bastardschwert ab und entwaffnete mich bald darauf. Ich dachte nun, er würde mich sofort töten. Aber er tat nichts dergleichen. So wagte ich noch einen Versuch zu fliehen. Dabei zog ich mein Messer und stürmte auf ihn zu. Ich stieß gegen ihn und riss eher unabsichtlich seine Kapuze herunter. Er blickte mich überrascht an. Doch ich war wie gelähmt. Kurz darauf stieß Leran Phinix mich zu Boden und zog seine Kapuze wieder über. Als die Wachen eintrafen glaubten sie mir nicht. Jedoch wollten sie es auch nicht wissen, solange sie mich gefasst hatten.“
Der Richter unterbricht den Elfen ruhig: „In den Berichten ist zu entnehmen, dass euch schwere Wunden im Hand und Augenbereich zugefügt wurde. Diese erwähntet ihr jetzt aber nicht.“
Tiromaedh lächelt bitter: „Der Halbdrow fügte mir diese Wunden nicht zu. Im Gegenteil er hatte zweimal die Möglichkeit mich zu töten und tat es nicht. Die korrupten Wachen brachen und quetschten mir jeden Knochen in meinen Händen und nahmen mir ein Großteil meines Augenlichtes, während Andaver Ratdos lächelnd zusah. Nun nach zwei Jahren Haft ist es soweit. Jetzt lassen sie mich endlich sterben.“
Der Richter wendet sich zu dem erhöhten Fenster und blickt eine Weile raus. Nach einer kurzen Zeit der Stille fragt er in einem ruhigen Ton: „Ihr wisst, dass egal wie mein Urteil ist, ihr sterben würdet. Ihr habt die Möglichkeit Gift zu schlucken und hier in der Zelle feige, aber in Ruhe zu sterben. Dort draußen dem Pöbel ein Schauspiel abzuliefern. Ober wenn ich euch frei lasse, vom Pöbel gemeuchelt zu werden. Es scheint keinen anderen Ausweg zu geben, als der Tod. Was würdet ihr jedoch tun, wenn ihr dennoch die Möglichkeit habt, eure Rache zu vollenden?“
Der Elf blickt überrascht auf und sagt ohne zu zögern: „Ich würde sofort diese Möglichkeit nutzen. Selbst wenn ich mich mit meinen größten Feinden die Treue schwören müsste. Es wäre mir dies wert, solange ich jeden einzelnen dieser elenden Bastarde töten dürfte.“
Der Gehilfe von Mendes fängt plötzlich an leicht zu lachen und erwidert ihm: „Etwas anderes habe ich nicht erwartet. Ihr wärt also bereit jemanden die Treue zu schwören, den ihr fast genauso hasst, wie jene an den ihr euch rächen wollt. Gut“ Er dreht sich um und holt einen Köcher unter seinem Mantel hervor, um sie Tiromaedh zureichen.
Danach sagt er sehr ruhig: „Es sind eure alten Pfeile, die ihr bei euch hattet, während ihr gefasst wurdet. Sie lagen hier auf Lager und haben nur darauf gewartet, wieder verwendet zu werden.“
Der Mondelf nimmt einen Pfeil aus dem Köcher und mustert ihn. Überrascht blickt er dann zu dem Vermummten rauf und fragt ebenso: „Wer seit ihr? Was hat das zu bedeuten?“
Nun lacht der angebliche Richter: „Es soll heißen, dass ich einen Fehler wieder gut machen will, den ich vor zwei Jahren beging. Es soll heißen, dass der ach so hohe Richter, bei mir so sehr in der Schuld stand, dass er mich als Richter hier rein ließ. Es soll heißen, dass jemand, den ihr hasst, euch die Möglichkeit der Rache gibt.“ Während der Vermummte dies sagt, zieht er seine Kapuze aus dem Gesicht
Tiromaedh blickt wie paralysiert zu ihm rauf, direkt in die roten Augen des angeblichen Tyranhängers. Nach einer kurzen Zeit der Stille spricht er sich langsam wieder fassend: „Leran? Ihr? Was soll das bedeuten? Wollt ihr mich noch einmal in meinem Leid ansehen, bevor ich sterben soll?“
Leran lächelt nur: „Ich sagte euch, dass das Gesetzt nur drei Möglichkeiten zuläst. Doch es gibt noch eine Vierte. In eurem Zustand könntest ihr nicht einmal euren Bogen halten. Jedoch ist dies unwichtig. Vor zwei Jahren konnte ich nur erahnen, was in euch vorging. Damals kämpfte ich gegen den Durst der Rache. Doch nun, ist sie mein einzigstes Ziel, mein einzigster Grund zu leben. Allein verschlingt einen jedoch dieser Durst. Deshalb will ich euch jetzt helfen, damit ihr mir helft.“ Leran schaut zu dem nun langsam verstehenden Elf runter. Er holt aus einer seiner Taschen eine kleine gläserne Ampulle und fährt fort: „In diesem Fläschchen ist ein Mittel drin, welches euch für einige Zeit so sehr betäubt, dass man denken könnte ihr seid tot. In dieser Zeit würden sich alle eure Wunden und körperlichen Narben heilen. Jedoch hatte es einen unangenehmen Nebeneffekt. Um diesen zu verhindert wurde Belladonna beigemengt. Diese Flüssigkeit ist dadurch nun aber auch sehr giftig. Jedoch ist es eure letzte Möglichkeiten dies zu überleben.
Für was entscheidet ihr euch? Geht ihr in den sicheren Tot oder geht ihr sehr nahe am Rand des Todes den Weg der Rache, nur um diesen Weg für immer zu gehen?“
Tiromaedh blickt zu Leran rauf: „Ihr zeigt mir den Weg durch die Hölle, welcher aber als Ziel meine Rache zuläst? Nun dann sei es so.“
Er richtet sich auf und beteuert zu Leran in einem ernsten Tonfall: „Ich Tiromaedh Rosend schwöre bei der Ehre meines Hauses, bei meiner eigenen Ehre, bei allem was mir noch heilig ist, war und sein wird, euch die Treue, solange ihr gegen das Böse kämpft, egal aus welchen Gründen.“
Leran nickt versichernd und reicht ihm das Fläschchen: „Trinkt es mit einmal aus. Egal wie es schmeckt. Wenn ihr stark genug seit, wird euer Rachdurst noch heute Abend bei der Feier, welche zu euerer Hinrichtung von dem Wirt Sinkas Vollkrug veranstaltet wird, gestillt.“
Der Mondelf trinkt alles mit einmal aus. Danach wird es ihm schwarz vor Augen, bevor er mit einem lächeln zu Boden fällt. Leran zieht seine Kapuze wieder tiefer und holt die Wache wieder herein.
Zu ihr spricht er in einem ruhigen Ton: „Er sollte nicht vor dem Pöbel sterben. Bringt ihm in das Leichenhaus und achtet darauf, dass seine Leiche nicht geschändet wird. Er soll nun Ruhen ohne noch mehr geschändet zu werden.“
Danach wendet er sich ruhig ab und geht den dunklen Gang in Richtung Ausgang. Die Wache, welche seine Worte nicht ganz verstand, denkt sich seinen Teil, bevor sie diese Aufgabe erfüllte.

Am Abend des selben Tages.
Zwei Männer, beide das selbe Ziel, beide vermummt.
Sie betreten ein Gasthaus. Niemand nimmt sie zunächst war, doch sie hingegen sehen ihre Beute sehr genau vor sich. Die schmächtigere der Personen betritt ein das Hinterzimmer des Gasthauses, während die größere den Weg dorthin versperrt.
Schmerzensschreie schallen aus dem Raum.
Einige Wachen greifen den großen Vermummten an. Kurz darauf liegen sie leblos am Boden. Gäste fliehen oder greifen den großen an. Jeglicher Angreifer stirbt. Stille tritt ein.
Der kleinere Vermummte kommt aus dem Hinterzimmer wieder hervor.
Beide schauen kurz zueinander. Ihr ist nun Ziel erreicht. Beide verschwinden in der Dunkelheit, aus der sie kamen, bevor die ersten Wachen die Taverne erreichen.
Im Hinterzimmer wurde jeder von Pfeilen durchbohrt. Jedoch leben sie noch. Erst Tage später sterben sie unter großen Qualen an dem Gift der Pfeile. Auf dem Tisch des Hinterzimmers liegen Unterlagen, über ihre Machenschaften.
niemand entkam.
Noch Tage später sprachen die Bürger von der Rache des Geisterschützen.
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BeitragThema: Re: Schicksal der Rache von Phinix   Schicksal der Rache von Phinix EmptyFr Feb 26, 2010 8:00 am

Kapitel 3: Mit Jägern am Feuer

In den Wäldern viele Tagesmärsche westlich von Proskun. Es herrschte eine friedliche Stille und die Nacht breitet langsam ihren dunklen Schleier aus. Von einem kleinen Lagerfeuer auf einer Lichtung schallen Teile eines recht entspannten Gespräches durch die nähere Umgebung. Am Feuer selbst sitzen vier großgewachsene Männer im unterschiedlichsten Alter. Die Klingen ihrer Waffen funkeln silbern im Mondlicht, genauso wie ihre Pfeilspitzen.
Aus dem Schatten der Wälder treten zwei weitere Personen in den Lichtschein des Feuers. Die Jäger mustern sofort den Elfen und die vermummte halbelfengroße Person. Diese Gestallt hält mit seiner rechten Hand ein Seil fest an dem ein Wildschwein in einer Schlinge, über ihren Rücken hängt.
Mit einer ruhigen Stimme fragt der Fremde: „Seit gegrüßt. Könnte ich und mein Reisegefährte heute an dem euren Feuer rasten. Wir wären auch bereit unsere Jagdbeute zu teilen.
Der älteste unter den Jägern lächelt freundlich und antwortet ihm: „Natürlich könnt ihr dies. Ihr wart doch der recht dunkelhäutige Wanderer, welcher vor einigen Wochen unser letztes Belladonna aufkaufte. Leran sagtet ihr, war euer Name?“
Lächelnd zieht der Vermummte seine bis dahin recht tief hängende Kapuze nach hinten und antwortet in einem ruhigen Ton: „Ristwer vom Clan der Fangreißer, ihr habt ein sehr gutes Gedächtnis.“
Zwei der Jäger blicken erschrocken in die roten Augen des nun deutlich zu erkennenden Halbdrows und ergreifen sofort ihre Waffen. Jedoch entgegnet Ristwer in einem ruhigen Tonfall, während er den Zweien eine Geste gibt, dass sie ihre Waffen ruhen lassen sollen: „Verzeiht bitten meinen jüngeren Söhnen, Kastal und Reun. Sie sind es noch nicht gewohnt, mit den unterschiedlichsten Völkern in Kontakt zu kommen.“
Leran legt in aller Ruhe den Keiler ab und erwidert ihm: „Ich bin es gewohnt, dass man so auf mich reagiert und in Gewisserweise ist es auch besser so. Denn die meisten von den Drow hätte sie schon längst getötet. Aber seit euch gewiss. Ich bin ein verhasster Feind jeglichem Bösen und treuer Diener von Shevarash. Wenn es euch Sicherheit gibt, so lege ich meine Waffen und meine Rüstung ab. Denn mehr als einen Ort zum Ruhen suche ich nicht.“
Ristwer lächelt nun freundlicher und spricht erfreut: „Auch wenn ich es nicht für nötig halte, so wäre es vielleicht hilfreich, wenn ihr dies tun würdet.“ Er wendet sich zu einen seiner zwei Söhne und spricht zu ihm: „Reun, kümmere dich bitte um den Keiler, den unsere Gäste brachten.“
Daraufhin steht Reun auf, nimmt das Wildschwein an sich und bereitet es zu, während nun wieder Ruhe einkehrt. Tiromaedh, welcher sich bis jetzt im Hintergrund hielt mustert die Jäger und setzt sich dann etwas abseits an das Feuer. Leran hingegen legt erst sein Schwert ab und dann seine Rüstung. Dabei werden unzählige tiefe Narben an seinem Oberkörper erkennbar. Dazu ist sein gesamter linker Arm und Schulterbereich verbunden.
Der vierte Jäger, welcher bis jetzt zurück hielt, mustert den Halbdrow interessiert und fragt dementsprechend, während er auf die Wunden deutet: „Ihr scheint schon recht viele Kämpfe bestanden zu haben.“
Leran entgegnet ihm knapp: „Es waren zahllose. Jedoch stammen diese Narben, die ihr meint von Folter in einem Drowkerker und in einem meiner letzten Kämpfe gegen ein paar Strauchdiebe brach mein Schild, sodass ich den Arm als solchen nuten musste. Ihr jedoch...“ Leran deutet auf eine Kette, in die mehrere große Reiszähne eingearbeitet sind „..scheint auch schon recht viele Trophäen mit euch herum zutragen.“
Ristwer lächelt freundlich: „Ja Finte ist eine wahre Bereicherung meines Clans. Er hat schon vier Werwölfe getötet und kommt damit, recht na an uns erfahrenden Jägern heran.“
Tiromaedh unterbricht Ristwer überrascht: „Werwölfe? Soll dies bedeuten, ihr jagt Werwesen und besteht gegen sie?“
Finte antwortet ihm etwas gereizt: „Wieso sollten wir nicht gegen sie bestehen? Diese Monster haben nicht die geringste Chance gegen den Clan der Fangreißer.“
Ristwer entgegnet dem Elfen schmunzelnd: „Was mein Schwiegersohn damit sagen will ist, dass der Clan der Fangreißer schon seit Generationen Werwölfe jagt und weiter jagen wird, bis unser Ziel erreicht ist.“
Leran unterbricht den alten Jäger mit seiner ruhigen Stimme: „Wenn man Fragen darf. Was ist dieses Ziel?
Ristwer wendet sich dem Halbdrow zu und antwortet ihm: „Unser Ziel ist mit der Geschichte
Unseres Clans sehr verbunden und diese sollte immer wieder an Abenden wie heute wieder einmal erzählt werden. Damit sie bei den Jüngeren nicht in Vergessenheit gerät. Ursprünglich lebte der Clan der Fangreißer in einem Tal südlich des Grad der Welt. Wir waren Jäger und Hirten. Jedoch geschah zu der zeit als mein Großvater den Clan anführte ein großer Wandel. Zuerst verschwanden in den Herden anderer Clans immer mehr Tiere. Jeder Clan bezichtigte den anderen, er würde diese Tiere stehlen. In Nachhinein wäre es besser gewesen, sie wären wirklich gestohlen wurden.
Jedenfalls die Herden wurden nun verschärft bewacht. Jedoch verschwanden nun auch immer mehr Wächter oder wurden auf grausamste getötet wieder aufgefunden. Den Clans war nun bewusst, dass die Gefahr nicht aus ihren reihen kam, sondern von Außerhalb. Doch was soll es gewesen sein? Den Orks wurde schon längst das Fürchten gelehrt? Die wenigen Orger hätten nie solche Massaker anrichten können. Also wurden Trolle verdächtigt. In großen Jagdgruppen zogen die einzelnen Clans nun in die Wälder. Doch die wenigsten kamen wieder zurück und die nun ungeschützten Dörfer wurden von dieser Gefahr regelrecht dem Erdboden gleich gemacht. Mein Großvater beschloss die Tore unseres Dorfes in der Nacht zu verriegeln, große Wehranlagen zu errichten und die Herden innerhalb dieser Anlagen des Nachts zu lassen. Einige Bewohner geschwächter Dörfer schlossen sich unserem Dorf an, oder baten uns sich um ihre Tiere und Schwachen zu kümmern, während sie in die Wälder gehen. Andere Clans reagierten ähnlich und bestanden so weiter.
Dies alles hielt vier Winter an, bevor sich die Lage weiter verschlechterte. Dieser eine Winter war erschreckend kälter als die sonstigen und außerhalb der Dörfer gab es kaum noch Leben. In den Wäldern mussten sich nun diese Monster gegenseitig zerfleischen. Jedenfalls hörte es sich so an. Inzwischen wussten wir, dass es eine Art Wolf gewesen sein musste. Einige meinte verfluchte Winterwölfe aus dem Norden und wieder andere meinten es sein Worgs. Doch niemand ahnte was es wirklich war. Bis Ambas Wolfstöter in unserem Dorf erschien. Er war erfahrender Werwesenjäger und meinte, dass sich solche Wesen in den Wäldern aufhielten. Am Anfang glaubten ihn nur die Wenigsten. Jedoch kam in einer der folgenden Nächte eines dieser Wesen bis in den Lichtschein unserer Wachfeuer. Sofort ertönten die Alarmglocken der Wachen. Unzählige Pfeile schlugen in den Körper dieses Wolfes ein, doch es schein ihn nur etwas zu stören. Dieser Wolf rannte nun direkt auf den Wall zu und erklomm ihn. Eine Wache nach der anderen viel ihm zu Opfer. Die Lage schien aussichtslos. Doch plötzlich traff ihn wie aus dem nichts ein Pfeil in den Brustkorb. Es schrie wutentbrannt vor Schmerz auf, bevor es leblos zu Boden fiel. Der Schütze war niemand anderes als Ambas. Die letzten die ihm nicht glaubten wurden von diesem toten Werwolf überzeugt. Denn dieser wandelte seine Gestallt nun zurück in die eines Menschen. Es war jemand aus einem anderen Dorf, welcher im zweiten Winter diesen Monstern zu Opfer gefallen sein sollte.
Dies gab nun den endgültigen Ausschlag. Alle Stammesführer beschlossen einstimmig eine Großjagd. Jegliches Silber, was noch in den Dörfern war wurde eingeschmolzen und Waffen daraus geschmiedet. Einige versuchten auch in Richtung Norden aufzubrechen, um mit einer nicht weit entfernten Zwergesmiene zu verhandeln. Jedoch wurden nun die Werwölfe auch immer aggressiver. Sie überwachten alle Wege. Von Drei Gruppen, die zu den Zwergen aufbrachen, kam nur eine wieder. Diese jedoch konnte einen Handel mit den Zwergen schließen. Die Zwerge überließen uns recht viel Silber. Sogar schon geschmiedet, da sie uns nicht zutrauten, dass wir dieses Metall ordentlich schmieden könnten und einige Krieger dieser Miene begleiteten die Boten. Sie verlangten jedoch dafür, dass wir sie für die folgenden zehn Winter mit diversen Waren versorgen würden.
Die Stammesführer hatten keine andere Wahl als den Handel anzunehmen, damit ihre Clans überleben konnten. Mit diesen Waffen gingen wir unter Ambas Führung gezielt gegen die ausgehungerten Werwölfe vor. Mein Großvater erlangte die größte Ehre in diesen Kämpfen, da er der ersten dieser Bestien mit dieser Axt“ Ristwer erhebt stolz seine gewaltige silbern funkelnde Axt „den Kopf abschlug. Jedoch viel er im folgenden Frühjahr gegen eine der letzten dieser Monster. Mein Vater wurde der neue Führer des Clans und übernahm seine Axt. Der Wolf, welcher meinen Großvater im Kampf niederstreckte, floh mit den letzten anderen Richtung Süden. Es mussten nur noch ein Dutzend gewesen sein, welches sich weit verstreut bewegte. Mein Vater stand nun in einer schwierigen Lage. Würde er bleiben so könnte er seinen Leuten helfen, wieder neu das Land zu bestellen und die Schuld gegenüber der Zwerge zu erfüllen. Jedoch durften diese Werwölfe auch nicht weiter fliehen. Abgesehen davon, dass mein Großvater und viele andere stolze Krieger gerächt werden mussten. So schwur er vor den anderen Clanführern mit jenen, die sich ihm freiwillig anschlossen, jeden dieser Wölfe zu jagen und zu richten, genauso wie jeden ihrer Nachkommen oder Opfer. Zwei Drittel unseres Clan folgten ihm, darunter auch Frauen und Kinder. Dazu kamen einige gute Kämpfer aus den anderen Dörfern.
Die Jagt zieht sich seit diesem Tage bis heute hin. Doch nun lebt nur noch einer von ihren Nachkommen. Ein Halbork welcher sich selbst Blutzahn nennt. Wir folgten seiner Spur bis nach Cormyr. Jedoch verschwand er vor einigen Monaten dort spurlos. Unsere Truppen teilten sich auf und durchkämmen die Länderein. Dabei kamen wir nun immer weiter in diese Region. Wir werden nicht eher wieder in den Norden zurück kehren, bis auch dieser letzte Werwolf getötet wurde.“ Ristwer hört in einem entschlossenen Tonfall auf zu sprechen und schaut erst zu seinen Leuten und dann zu den zwei Wanderern.
Leran, welcher recht aufmerksam zugehört hat, ergreift nun das Wort: „Ihr sagtet das die Spur in Comyr endete und das es ein Halbork war. Saht ihr ihn auch einmal im nicht verwandelter Erscheinung und wenn, hatte er da irgendwelche Merkmale?“
Finte antwortet ihm nachdenklich: „Einmal hatten wir ihn beinah gestellt. In einer großen Treibjagd trieben wir ihn in ein kleines Dorf. Dort tauchte er in seiner wahren Gestallt unter, oder versuchte es zumindest. Einige der Dorfbewohner, welche schon viele Leute an ihn verloren hatten und ich erwarteten in dort. Es war das reinste Massaker. Blutzahn wandelte sich mitten in einer Menschenmenge wieder in seine Wolfsgestallt und riss eine Wache nach der andern. Ich fiel ihm selbst zu Opfer und nur unseren Heilern ist es zu verdanken, dass ich es überlebte.
An sein Aussehen erinnerte ich mich sehr genau. Sein Fell war pechschwarz. Seine Augen funkelten in einem dunkelgrauen Farbton aus der Dunkelheit. Seine Zähne waren gewaltig. Besonders die seines Unterkiefers, welche von ihrer Größe schon Dolchen ähnelten. Er selbst war mehr als zwei Köpfe größer als die üblichen Werwölfe gewesen sein. In seiner wahren Gestallt hatte er grünliche Haut...“
Leran unterbricht ihn ruhig: „ ...die überseht mit Narben und Tätowierungen war.“
Die Jäger blicken den Halbdrow überrascht an und Finte ergreift als erster das Wort: „So ist es. Woher wisst ihr dies? Seit ihr ihm begegnet und wenn wo?“
Leran lächelt und antwortet ihm kalt: „Dieser Werwolf ist nicht mehr. Sein Kadaver verrottet vergraben in einem Wald, westlich des Ortes Mandenthal. In diesem Ort hielt es mich relativ lange auf. Jedoch zog es mich auch immer wieder in die Wälder raus. Eines Nachts wurde ich von einem Gewitter überrascht und musste nahe einer Felswand mein Lager aufschlagen. Durch den Regen hörte ich nicht wie er sich an mein Lager pirschte. Doch wie aus dem nichts schlug er zu. Der Kampf verlief relativ schnell. Jedoch fügte er mir auch tiefe Wunden zu, bevor ich ihm mit meinem Schwert niederstreckte.“
Ungläubig mustert Finte den Halbdrow und entgegnet ihm ebenso: „Ein einzelner soll dieses Monster gerichtet haben? Ich sah es kämpfen und auch wenn ich schon unglaubliches von Drowblütigen gehört habe, so bezweifle ich, dass ein einzelner mit ihm fertig wurde.“
Leran lächelt kurz auf: „Ihr habt recht. Normalerweise, wäre ich ihm hilflos ausgeliefert gewesen. Jedoch machte dieser Blutzahn einen entscheidenden Fehler. Er tötete mich nicht mit dem ersten Schlag, sondern verbiss sich in meine Schulter“
Leran zieht mit seiner linken Hand sein Schwert, so dass die silberne Klinge zum Vorschein kommt und fährt dann fort: „Mit meinem Schwertarm stieß ich mehrfach diese Klinge in sein Fleisch. Unser beider Blut war innerhalb von Bruchteilen im gesamten Lager verströmt. Alles roch nach Tod und Blut. Ich begrub seinen Leichnam noch an Ort und Stelle, bevor ich mich um meine eigenen Verletzungen kümmerte“
Finte erblickt plötzlich, wie sich der Verbannt von Lerans linken Arm langsam blutrot färbt. Die Wunden scheinen, nur weil er sein versilbertes Schwert in die Hand genommen hat, sich wieder geöffnet zu haben. Der junge Jäger springt sofort auf, ergreift seinen Sperr und richtet ihn gegen Leran. Kastal und Reun tun es ihm gleich. Tiromaedh, welcher bis jetzt aufmerksam zuhört, ergreift seinen Bogen und Pfeil und zielt auf Finte.
Ristwer greift zu seiner Axt, entgegnet Leran aber noch relativ ruhig: „Bei so einem blutigen Kampf ist es ein Leichtes selbst zu einem Werwesen zu werden und wie es scheint, ist es so geschehen.“
Leran erhebt sich nun auch und wirkt dabei irgendwie sicherer. Er rammt sein Schwert in den Boden und zieht den Verband von seiner Schulter. Nun ist dieser eine deutliche Narbe von einem großen Wolfsgebiss zu erkennen. Leran gibt Tiromaedh mit der Hand ein kurzes Zeichen, dass er den Bogen wieder ruhen lassen soll.
Während Leran in einem spöttischen Tonfall zu den Jägern spricht wirken seine Haare immer länger und er immer kräftiger: „Narren, Krieger nennt ihr euch? Jedoch wählt ihr eure Feinde wahllos, ohne auf eure Ziele zu achten. Ja, seit diesem Tag liegt ein weiterer Fluch auf mir. Bin ich deshalb minderwertiger oder gleichzusetzen mit jedem beliebigen Monster? Die Menschheit sah schon immer nur den leichten Weg. Wer von uns ist nun das wahre Monster?“ Seine Verwandlung schreitet nun immer mehr voran. Ein dichtes weißes Fell bildet sich und seine Gestallt nimmt immer mehr die eines Wolfes an.
Finte erwidert verhasst Leran: „Ihr schimpft uns Monster? Unzählige der unsren sind wegen Werwesen gefallen. Sie bringen nur Verderb und Zerstörung. Keines von ihnen hat ein anrecht zu leben!“ Er stürmt mit seinem Speer auf den Werwolf zu. Leran jedoch weicht seinem Sperr geschickt aus. Reist ihm diesen aus der Hand. Packt Finte kräftig am Hals und hält ihn zwischen sich und den anderen Jägern.
Zorn funkelt in seinen roten Augen, doch seine Reden wirken noch klar und gleichgültig: „Menschlein! Werwesen sind ein Teil der Natur. In dem es immer mehr zu nicht gewollten Verwandlungen wie Blutzahn, mir und wie eure Beute noch geheißen haben kam zustande kommen. Je mehr werden diese Wesen auch aus der Natur gerissen und zu einer Bedrohung. Für mich ist es zu spät und der Tot ist mir gewiss. Doch nicht heute, nicht von euch und nicht bevor ich mein Ziel erreicht und mein Rachdurst gestillt habe.“
Er ergreift Fintes Kette mit den eingearbeiteten Zähnen und reist sie ab, während er spricht: „Ich nenne euch Monster, weil ihr euch so verhaltet. Um an die Zähne eines Werwesens zu kommen, muss das Tier noch gelebt haben. War es euch egal, wie sehr es gelitten hat? Hasst ihr Meinesgleichen so sehr, dass es euch nur um das Leid eurer Beute geht? Mir ist es egal, was ihr mit den anderen Werwesen macht, aber haltet euch von mir und jenen die mir folgen fern. Ich jage meine Beute aus tiefsten Hass heraus. Mein Leben dient nur noch dem Leid des Bösen. Wollt ich so enden wie ich? Dann jagt weiter so, wie ihr es jetzt tut. Ansonsten empfehle ich euch, lasst die Jagt ruhen, euer Ziel ist erreicht. Kein dunkles Werwesen aus eures Feindes Blutlinie ist noch und mein Leben wird nicht mehr lange sein. Kehrt in die Heimat eures Volkes zurück!“ Leran stößt Finte mit diesen Worten zu Boden und verschwindet zwischen den Bäumen, bevor die anderen reagieren können.
Die jungen Werwolfsjäger wollen sofort die Verfolgung aufnehmen, doch Ristwer sagt in einem ruhigen Tonfall zu ihnen: „Lasst ihn ziehen. Er hat aus seiner Sicht recht und wenn das stimmt was er über Blutzahn sagte, so können wir nun endlich in unsere Lande voll stolz zurückkehren.“
Finte erwidert ihm jedoch hasserfüllt: „Er ist aber auch einer dieser Bestien. Er muss sterben!“ Unerwartet hört er ein leicht spöttisches Lachen, welches von dem Elfen stammt, der sich nun aufgereichtet hat und Lerans Sachen einsammelt.
Wutentbrannt flucht Finte ihn an: „Wie könnt ihr nur mit so einem Monster zusammen reisen? Oder gehört ihr auch zu ihnen?“
Tiromaedh lächelt ihn nur an und spricht vergnügt: „Ich gehöre zu ihm, aber bin kein Werwesen. Ihm verdanke ich mein Leben und stehe nun seht tief in der Schuld eures Monsters. Ich schwur ihm die Treue, da ich seine Ziele verstehe und nachempfinden kann.“ Er blickt nun etwas ernster in die Runde und fährt ruhig fort: „Der Werwolf läst Lerans tiefen Hass freien lauf und seinen Schmerz verarbeiten und Leran gibt dem Zorn des Wolfes ein Ziel. Beiden seit ihr egal, da ihr nicht auf der Seite seiner Feinde steht. Wenn ihr jedoch irgendwann auf dieser Seite stehen werdet, kann euch niemand mehr retten. Denn auch wenn ihr ihn mit Silber zurück halten könnt, seine Verbündeten wie mich könnt ihr nicht auch noch aufhalten. Denn die Rache ist unser einzigster Grund, der uns noch am Leben hält und dem unsere einzigste Treue gilt.“
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BeitragThema: Re: Schicksal der Rache von Phinix   Schicksal der Rache von Phinix EmptyFr Feb 26, 2010 8:01 am

Kapitel 4: Zweifel des Tugendhaften

Während die Sonne über einem kleinen Dorf umgeben von weiten Ebenen gemächlich untergeht, nähern sich zwei verhüllte Personen dem Osttor.
Die Wachen mustert die zwei misstrauisch, bevor er sie anspricht: „Seid gegrüßt, die Herren. Mit wem habe ich die Ehre und was wollt ihr in unserem bescheidenen Städtchen?“
Die eine Person streift ihre Kapuze nach hinten ab und antwortet lächelnd dem Wächter: „Ich bin Tiromaedh Rosend und wir wollten in ihrem Städtchen etwas Ruhen, bevor wir weiter ziehen.“
Der Wachmann blickt kurz zu dem Mondelfen und entgegnet ihm recht schroff: „Gut und wer ist euer stiller Begleiter. Hat er nicht gelernt zu antworten und was höfflich ist? Oder warum antwortet er einer Wache vom hohen Rang nicht, wenn sie ihm etwas fragt?“
Tiromaedh erwidert ihm in einem ruhigen Ton: „Oh verzeiht bitte meinem Begleiter, Leran. Aber er wurde vor Jahren von einer Klippenkatze angefallen und sie hat ihm recht ungünstig gebissen. Bevor sie getötet werden konnte. Neben den vielen Narben, welche sein bis dahin recht ansehnliches Gesicht nun schänden, hat er auch die Gabe des Redens verloren.“
Überrascht mustert die Wache den noch immer verhüllten Mann: „Oh verzeiht. Nun ihr könnt eintreten. Eine angenehme Nacht in unserer Stadt noch.“
Ohne weiter Worte zu wechseln betreten Leran und Tiromaedh das Dorf. Auf dem Markt scheint sich eine aufgebrachte Menschenmenge gebildet zu haben. Die zwei Reisenden gehen ohne groß auf die Menge zu achten über den Platz zur örtlichen Taverne.
Kurz vor der Tür meint Leran ernst: „Diesmal war es also eine Klippenkatze.“
Schmunzelnd erwidert der Elf ihm: „Nun ihr sagtet doch, dass euch die anderen Ideen, welche ich hatte, auch nicht recht sein würden.“
Beide betreten das Gasthaus. Bis auf den Wirt und ein ältere Paladin des Torm, welcher gerade seinen Bierkrug zum trinken ansetzt und zwei leere auf dem Tisch stehen hat, ist die Taverne verlassen. Tiromaedh und Leran begeben sich an den Tresen.
Der Wirt mustert sie kurz und erhebt das Wort freundlich zu ihnen: „Seit gegrüßt in meiner kleinen Taverne. Mit was kann ich die Herren bedienen.“
Leran antwortet ihm ruhig: „Mit zwei Zimmern im ersten Stock. Wenn es geht, welche die sich gegenüberliegen. Und dann noch mit einigen Informationen, wenn ihr nichts zu tun habt.“
Der Wirt bemerkt wie sich der Mondelf umsieht, antwortet Leran aber recht freundlich: „Nun das mit den Zimmern läst sich einrichten...“ er dreht sich zu Tiromaedh und fährt fort: „... und dass ich jetzt wegen mangelnder Kunden recht viel Zeit habe, liegt daran, dass die Zeiten recht dunkel sind.“
Der Halbdrow fragt mit einem interessierten Unterton: „Dunkel? In welcher Art liegen die Probleme dieses Städtchens?“
Der Wirt kratzt sich kurz am Kopf, bevor er antwortet: „Nun zum einen wäre da die Wolfsgeschichte, welche sich bei der Weide von den Flachgraßes zugetragen haben soll.“
Tiromaedh entgegnet ihm ruhig: „Von dieser Sache haben wir erfahren. Wir kamen einen Tag später bei diesem Hof an. Angeblich soll ein riesiger weißer Wolf mehrere Kühe gerissen und dann noch den Wein des Hirten gestohlen haben. Sind deshalb so viele Leute auf dem Platz vor der Taverne?“
Der Wirt lächelt etwas, bevor er ernst meint: „Nun ich schätze es lag auch nur am Wein und am Vollmond. Waren sicherlich nur ein paar hungrige Wölfe. Die Leute da draußen, sind wegen einem Dämon auf unseren Friedhof so aufgebracht. Sonst wären sie hier in meinem Gasthaus.“
Leran wendet sich kurz zu dem Paladin, welcher ab und zu durch ein nahes Fenster nach draußen schaut, sich aber dann seinem Bier wieder widmet und spricht zu dann zu dem Wirt: „Ein Dämon ist in der Stadt und ein Paladin eines guten Gottes bleibt ruhig sitzen?“
Der Wirt blickt kurz zu dem Diener des Torm und antwortet dem Halbdorw im gedämpften Ton: „Selbst wenn der da uns helfen würde, so hätten wir trotzdem nicht die Hilfe seines Gottes.“
Tiromaedh mustert nun den alten Paladin etwas genauer, bevor er sich an den Wirt richtet: „Wie meint ihr dies? Er scheint mir keine dunklen Absichten zu haben und hat wahrscheinlich einen gehobeneren Rang.“
Dieser Antwortet abermals mit gedämpfter Stimme: „Nun er war einmal der Führer einer größeren Abordnung von Dienern Torms. Es mussten gut zwanzig Mann gewesen sein. Vor gut zwei Monaten zogen sie durch unsere Stadt, um ein von Dunkelheit befallenes Elfendorf in einem Wald westlich von hier zu unterstützen. Vor dreizehn Tagen kam er in einer stürmischen Nacht wieder. Er hinkte auf das Tor im Westen zu. Bevor er dieses jedoch erreichte, erschienen zwei weitere aus seiner Gruppe. Er grüßte sie indem er seine Waffe zog. Es entbrannte vor unserem Toren ein heftiger Kampf zwischen ihnen. Zum Schluss streckte er beide nieder und begrub sie noch in der selben Nacht vorm Dorf.
Uns erzählte dieser Paladin etwas von einem Hinterhalt und das er mit Hilfe von uns gegen den Feind ausrücken will. Keiner von uns hörte ihn an. Er wurde mit der Zeit zu einem Dauergast. Wenn ihr mich fragt, egal was dort vorgefallen ist. Sein Gott hat ihn verlassen.“
Leran blickt kurz zu ihm, wendet sich dann erst seinem Weggefährten und dann dem Wirt zu. In einem ruhigen Ton sagt er: „Nun gut. Wir nehmen noch drei Krüge Bier.“
Nachdem der Wirt diese abgefüllt hat, gehen die zwei Wanderer auf den Paladin zu und Tiromaedh bittet höfflich den alten Streiter: „Ein guten Abend der Herr. Dürfte wir uns zu euch setzten? Als eine Art Danksagung wäre euch einer der Krüge sicher.“
Der Paladin wendet sich vom Fenster ab, aus das er gerade zum Platz hinaus blickte, mustert die zwei Wanderer, streift sich kurz durch seinen ungepflegten wildwachsenden Bart und antwortet etwas lallend: „Setzt euch ruhig, wenn es euch danach beliebt. Ich bin Hauptmann Searil Lesindo, Paladin des Torm und wer seit ihr?
Nachdem sich beide an seinen Tisch setzten, spricht der Elf: „Ich bin Tiromaedh Rosend und mein Begleiter heißt Leran.“
Searil mustert abermals den verhüllten Halbdrow und fragt ihn: „Leran, ist das euer einzigster Name?“
Leran erwidert im recht ernst: „Den Namen meines Hauses bin ich nicht mehr würdig offen zu tragen. Aber was ist mit euch, werter Hauptmann? Wieso hilft ein Diener eines ach so guten Gottes nicht diesen Dorfbewohnern im Kampf gegen die dunkle Bedrohung?“
Der Paladin blickt düster zu ihm rüber und meint, langsam immer klarer im Geiste werdend: „Weil sie es nicht mehr verdienen. Hat der Wirt es ihnen nicht gesagt? Diese Feiglinge wollten nicht helfen und nun sollen sie ruhig sehen wo sie bleiben.“
Tiromaedh lächelt leicht und entgegnet dem Hauptmann: „Es sind Menschen. Was erwartet ihr von ihnen?“
Searil lächelt bitter und entgegnet ihm: „Ich bin auch ein Mensch. Also bin ich eurer Meinung auf ein feiges Individuum, was nicht den Mut hat, um gegen das Böse zu kämpfen?“
Leran erwidert mit ruhiger Stimme: „Ihr versteht ihm falsch. Die meisten Menschen und auch Elfen haben nichts für anderen übrig. So lange sie ihr Leid nicht sehen. Nur wenige erheben sich wirklich und jagen das Böse aus ihren Löchern. Und nun? Seht euch diese Masse da draußen an. Bauern, deren größte Sorge es war, die Erne einzuholen, bewaffnen sich und rennen in ihren sicheren Tot. Sie mögen zwar feige sein. Aber so einem Tot würde ich sie nicht einfach so überlassen und ihr sicherlich einst auch nicht. Selbst wenn die Dorfbewohner euch nicht geholfen haben. Einen Paladin des Guten hätte dies nicht erschüttert. Denn eigentlich kämpft er, damit sie nicht kämpfen müssen. Also ist nun die Frage, was hat euch wirklich zu dem gemacht, was ihr nun seit?“
Der Hauptmann blickt zu Leran und entgegnet ihm: „Für jemand, der sich seinen Namen unwürdig hält, wisst ihr recht viel von den Streitern des Guten. Nun gut. Wenn ihr wollt, sage ich euch was damals geschehen ist.“ Er blickt sich vergewissernd zu den Zweien und fahrt dann fort: „Wie ich schon sagte, ich heiße Searil Lesindo, Hauptmann des Torm. Ich hatte die Aufgabe mit meinen Leuten ein Elfendorf zu unterstützen, welches von einem unbekannten Feind angegriffen wurde. Nur wenig war uns über den Gegner bekannt. Jedoch war ich zuversichtlich, da ich mit meinen Soldaten des Torm schon viele Gefechte für ihn geschlagen hatte und dies sollte mein letztes sein, bevor ich mein Posten an einen jüngeren Paladin weiter gegeben hätte. Angeblich wurden der feind von einer Hexe angeführt. Das Dorf erreichten wir nie. Gut zwei Tagesmärsche vor dem Dorf, trafen wir in der Nacht auf Flüchtlinge aus dem Dorf. Oder zumindest dachten wir es seinen Flüchtlinge. Es waren Elfen, jedoch wider der Natur. Ich spürte es erst, als der Flüchtlingszug kurz vor unserem Lager war und dann auch nicht von den Elfen, sondern aus der umliegenden Umgebung. Es war fast völlig zu spät. Ich konnte nur noch Alarm ausrufen. Jedoch, während ich dies tat, flogen schon die ersten Pfeile aus dem Hinterhalt auf uns ein. Die Elfen zogen plötzlich Waffen und griffen an. Eh ich wusste was geschah, war unser Lager verwüstet und jeder der noch nicht tot war, kämpfte gegen jene die wir retten wollten. Es waren Frauen und Kinder dabei, gegen die wir kämpften. Ich brauchte sehr viel Überwindung, bevor ich den ersten von ihnen tötete. Jedoch erkannte ich erst da den Feind wirklich. Meine geheiligte Klinge musste den Feinde nur berühren und schon wich das verdorbene Leben aus ihren Körpern. Trotzdem, es waren zu viele und die meisten der meinen waren bereits tot und erhoben sich gleich wieder.
Kurz vernahm ich eine starke dunkle Aura und sah diese Hexe. Sie dirigierte ihre Leute gegen uns wie Marionetten. Und jeder Verlust unsererseits, brachte ihr einen neuen Streiter. Die Lage war aussichtslos.
Dann stand Argos vor mir, bereit zum Kampf. Er war mein bester Schüler und sollte meinen Posten übernehmen. In seinem Körper steckten gut fünf Pfeile. Mit bloßen Händen griff er mich an. Doch bevor Argos mich erreichte blieb er schlagartig stehen, als ob ihn etwas hielt. Aus seinem Schatten heraus griff eine Hand nach seinem Kurzschwert, welches noch immer in seinem Halfter steckte und trennte damit seinen Kopf ab. Dann viel sein Körper nach vorn zu Boden. Ich sah wie etwas seine Rüstung von hinten durchschlagen hatte und ihn dort festgehalten haben musste. Dann blickte ich hinauf und sah sie. Erst dachte ich es sei eine Elfe. Doch sie war kräftiger gebaut. An ihrem Körper klebte das Blut ihrer Feinde. Diese Elfe blickte wie in einem Blutrausch zu mir. Einer der untoten Dorfbewohner griff sie plötzlich an. Doch sie rammt einfach ihre Faust durch seinen Schädel und schlitzte ihn der Länge nach mit dem erbeuteten Kurzschwert auf. Dann Packte mich etwas von hinten. Ich riss mich los. Doch dabei viel ich einen nahen Abhang herunter.
Erst am Tag danach kam ich wieder zu mir. Mein rechter Arm war gebrochen und eine tückische Stille herrschte. Vom Schlachtfeld kam ein kalter Rauch. Der Kampf war zuende und vermutlich verloren. All meine Leute sind gefallen und die meisten von ihnen dienen nun dem Feind. Mich ergriff eine Panik und so floh ich, ohne mich auch nur einmal zu den meinen umzudrehen. Ich weis nicht genau wie lang ich wirr diese Straße zurück irrte. Jedoch wusste ich, dass ich nie in meine Heimat zurückkehren könnte und nie den Müttern meiner Kameraden in die Augen schauen könnte. Ich, der versagt hatte und nicht Willens war, die so vertrauten Feinde zu erlösen, hatte überlebt und jene, welche ehrenvoll bis zum bitteren Ende kämpften, sind nun verflucht.“ Er hört mit einen auf sich zornigen Tonfall auf zu sprechen und nimmt einen großen Schluck aus seinem Krug.
Leran schaut knapp in Tiromaedh’s Richtung, welcher darauf verstehend nickt. Danach sagt der vermummte Halbdrow in einem ruhigen Tonfall: „Auch wenn ihr mir vielleicht nicht glaubt. Ich kann euch gut verstehen. Mein Kampfgefährte und ich wollten so oder so in diese Richtung reisen. Also würden wir euch, wenn ihr es wünscht unterstützen, dies zuende zubringen.“
Der Hauptmann mustert abermals die zwei und entgegnet ihnen skeptisch: „Wie sollen zwei Mann mehr schaffen, als eine ganze Abordnung von Paladinen?“
Leran zieht seine Kapuze etwas höher und schaut ihm mit seinen roten Augen an, während er spricht: „Nun zum einen werden wir nicht von so etwas, wie der Glaube an das wahre tugendhafte Gute, davon abgehalten zuzuschlagen, wo ihr zögertet. Dann wissen wir noch was Leid ist und lehren es gerne den Boten des Bösen. Euer Gott hat euch nicht verlassen. Eure eigenen Zweifel übertönen nur seine Stimme. Last euch von zwei Verfluchten helfen, euch selbst zu helfen. Jedoch ...“ er schaut zum Fenster hinaus und sieht wie der Mob zum Friedhof aufbricht, bevor er mit einem leichten vorfreudigen Lächeln fortfährt: „... gilt es vorerst hier einen Dämon zu töten. Bei Sonnenaufgang ziehen wir weiter. Wenn ihr also euch euren Schicksal stellen wollt, so erscheint oder lasst es für immer sein.“
Die zwei Reisenden wollen sich gerade erheben als Searil mit nun entschlossener Stimme spricht: „Die Gründe eures Handels sind mir Fremd. Auch eure offensichtliche Freude an der Jagd und am Töten teile ich nicht. Jedoch scheinen mir eure ziele trotzdem ehrenhaft.“ Er zieht aus einer Tasche eine kleine mit einer Flüssigkeit gefüllten Ampulle und reicht sie Leran, bevor er mit den Worten fortfährt: „Mein Stolz womöglich egoistischer verbietet es mir noch, diesen Dorfbewohnern zu helfen. Aber seht dieses Gift als eine Art dank an. Es wurde aus diversen geheiligten Kräutern in meinem Heimattempel angefertigt. Die meisten Dämonen vertragen es nicht und es frist sich tief in ihre verdorbenen Seelen.“
Leran nimmt es dankend an, und erwidert ihm: „Ich schätze eure Entscheidung. Wir sehen uns im Morgengrauen.“
Danach wendet er sich von ihm ab und verläst die Taverne.

Zwei Jäger,
beide mit gezogener Waffe, beide bereit zu töten,
schreiten über den nächtlichen Friedhof des Städtchens.
Kampf, Blut und Tot liegt in der Luft.
Sie gehen an mehreren Verwundeten vorbei.
In ihren Augen spiegelt sich Angst und Verzweiflung wieder.
Vor ihnen die verfluchte Gruft, in ihr eine Totenstille,
welche nur durch die Laute der Sterbenden unterbrochen werden.

Die Jäger,
erfüllt von Hass und Rachdurst,
betreten dieses unheilige Schlachtfeld.
Die Bestie des Friedhofes steht ihnen gegenüber,
ein hämisches Lächeln im Gesicht, tote Dorfbewohner zu seinen Füßen.
Drohend geht er auf die zwei Jäger zu.
Ein Pfeil löst sich, fliegt an Leran vorbei
und trifft ein Auge des Dämons.
Dieser schreit, auf tobt, vor ungewohnten Schmerz.
Leran stürmt auf ihn zu.
In beiden Händen hält er die tödliche Klinge,
ihre Spitze schwebt knapp über den verfluchten Boden.
Einen Augenblick später,
spaltet diese von unten nach oben das Wesen der Dunkelheit.
Einen Wimpernschlag später, erfolgt der zweite Schlag
und halbiert den Brustkorb auf Höhe des verdorbenen Herzens.
Die Bestie des Friedhofs fällt in sich zusammen
Und ist nicht mehr,
während der Vollstecker genüsslich sein Werk betrachtet.
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BeitragThema: Re: Schicksal der Rache von Phinix   Schicksal der Rache von Phinix EmptyFr Feb 26, 2010 8:01 am

Kapitel 5: Feindes Feind

Die Nacht hält für einen Moment den Atem an. Ein gewaltiger Schmerzensschrei zerreist die Luft. Dann Stille. Vereinzelte Feuer erstarren in einer unheimlichen Ruhe. Vor einer Gruft liegen mehrere verletzte Dorfbewohner. Kaum merklich betritt eine Frau, welche sich in einem Mantel aus dunklen Samt einhüllt, den dunklen Ort. Entsetzt schaut sie sich um. Plötzlich erschein genau hinter ihr eine große männliche Gestallt, welche ihren Leib unter mehreren eleganten schwarzen Tüchern verbirgt. Die Frau dreht sich erschrocken zu dem Fremden um und schaut ihn in seine gelbfunkelnden Augen. Er kommt langsam näher an sie heran. Die Furcht wird immer deutlicher in ihren Gesicht. Sie versucht zu fliehen. Stürzt aber in ihrer Hektik nach wenigen Metern zu Boden. Erst jetzt bemerken die Verwundeten die zwei Gestallten. Einige erheben sich mit letzter Kraft um der Flüchtenden beizustehen. Spöttisch grinst der Jäger zu den Helfern, während aus den Fingern seiner linken Hand gewaltige Krallen hervorstoßen. Einer der Soldaten verliert die Nerven und greift an. Geschickt weicht das Wesen seinen Angriffen aus und streckt ihn ohne größere Mühe nieder. Weitere Atemzüge später sind auch die restlichen Helfer tot. Die Gestallt schaut sich nach der Frau suchend um. Plötzlich ertönt ein weiterer, gewaltigerer Schrei aus der Gruft. Von dem Schrei überrascht schaut das Wesen erst zum Eingang der Gruft, bemerkt aber dann wie die Frau plötzlich ihr Versteck verlässt und zum Ausgang des Friedhofes rennt. Mit gewaltigen Schritten setzt er ihr nach. Abermals stürzt die zierlich wirkende Frau. Sie richtet sich auf und will weiter rennen. Doch das männliche Wesen Packt sie von hinten und wirft sie gegen einen Baum. Dabei lässt sie eine Tasche fallen. Er greift nach der Tasche und scheint diese nach etwas zu durchsuchen.
Wütend wendet er sich ihr wieder zu und schreit sie an: „Minderwertiges Wesen! Es war dumm meinen Meister zu bestehlen. Wo hast du den Stein?“
Die Frau lächelt ihn an und spricht mit nun stolzer Stimme: „Ihr könnt mich zwar töten, aber den Stein bekommt ihr nicht mehr. Er ist längst in der Hand euerer Feinde!“
Noch wütender entgegnet er ihr: „Wenigstens in einem hast du recht Methes. Ich kann und werde dich töten!“
Aus seiner linken Hand wachsen erneut die Krallen. Er holt aus und will gerade diese in dem Fleisch seines Opfers versenken, als plötzlich jemand dazwischen geht. Die Krallen des Jägers brechen an der Klinge des Helfers. Überrascht springt das Wesen einen Satz zurück und schaut zu seinen Gegnern. Eine ebenfalls verhüllte Gestallt steht nun zwischen der Frau und ihrem Jäger.
Mit ruhiger Stimme ruft dieser einem nicht weit von ihm stehenden Mondelfen zu: „Tiromaedh, halt diesen Dämon in Schach. In dieser Nacht wird wohl mehr als ein dunkles Wesen noch sein Leben lassen.“
Der Elf antwortet ihm mit selbstsicherer Stimme, während er seinen Bogen gespannt hält: „Was ist mit der Frau, Leran?“
Leran schaut zu der sich nun aufrichtenden Frau und spricht in einem ruhigen Ton: „Verzeiht bitte diese Frage, aber was mach eine eher zierliche Frau wie ihr es seit, an einem so verfluchten Ort?“
Diese blickt überrascht in Lerans rot funkelnde Augen und antwortet sich langsam beruhigend: „Verzeiht Herr. Ich heiße Tama Unterfeld und arbeite in der Taverne. Als ich etwas aus dem Lager holen sollte, bemerkte ich das mich etwas verfolgte. Dieses Wesen dort...“ sie deutet auf den nun ruhig stehenden Jäger „...hat mich dann bis hier her getrieben.“
Der Halbdrow schaut mit einem leichten vorfreudigem Lächeln zu seinem Kampfgefährten, bevor er unerwartet mit seiner Klinge den Brustkorb der Frau durchstößt.
Mit einem genüsslichem Unterton spricht er zu ihr, während das Leben aus ihr weicht: „Dummes kleines Ding. Welche Bedienstete kann sich schon solche Kleidung leisten? Abgesehen davon, dass ich einen Dämonen rieche, wenn er vor mir steht. Da gab ich euch noch die Möglichkeit, euch zu erklären. Die Wahrheit hätte ausgereicht dunkles Wesen und ihr hättet vielleicht euer Leben erkaufen können.“
Leran zieht sein Schwert aus dem nun leblosen Körber und wendet sich dem lächelnden Jäger zu.
Dieser spricht in einem ruhigen Ton, während er sich noch immer seine abgebrochenen Krallen ansieht: „Interessant. Ich gehe einmal davon aus, dass euere Waffen mit einer Säure oder Gift beschichtet wurde, welches Meinesgleichen nicht verträgt. Nun wäre die Frage,...“ Er schaut kurz zu dem Elfen rüber, bevor er ein paar schritte auf Leran zugeht „...wie kommt ein recht ungewöhnliches und doch interessantes Wesen, wie ihr es seid an so ein Mittel. Ein Paladin scheint ihr nicht zu sein. Dazu spüre ich in euch zuviel Hass. Aber ich spüre auch zwei Seelen in euch und selbst ich kann nicht sagen, welche mehr vom Hass erfüllt ist. Jedoch sehe ich, gegen was sich der Hass richtet und in gewisser Weise beruhigt mich dies. Was wollt ihr nun tun? Es darauf ankommen lassen und mich genauso töten, wie diese schäbige Verräterin, oder den Dämon in dieser Gruft? Für beides muss ich euch eigentlich Danken. Da ihr mir Arbeit abgenommen habt.“
Leran mustert ruhig das die dunkle Gestallt, während die nun ihre Krallen einfährt und spricht wohlbedacht: „Erklärt euch Dämon, oder euch widerfährt das selbe Schicksal.“
Dieser erwidert ihm zähneknirschend: „Nicht Dämon. Ich bin ein Teufel, wenn ihr es so nennen wollt und bitte merkt es euch gut. Da ich es nicht leiden kann, mit diesen minderwertigen Wesen auf eine Stufe gestellt zu werden. Sei es drum. Ich bin Kalis, Adentäter und Kopfgeldjäger im Auftrag eines mächtigen Teufels. Sagt, ihr habt nicht zufällig bei dem Dämon in der Gruft einen größeren Rubin gesehen? Diese Verräterin hat sich mit dem Feind verbündet und meinem Herren einen solchen Rubin gestohlen. Nicht das dieser mächtig wäre. Obwohl für euch sterbliche Wesen wäre er es vielleicht. Aber auch nur in den Händen, welcher im Bunde mit uns Teufeln stehen würde. Mein Herr nutzt ihn jedoch nur als Schmuckstück und hängt recht stark an diesem. Abgesehen davon, dass es hier um das Prinzip geht.“
Tiromaedh blickt etwas überrascht zu Kalis, entgegnet ihm jedoch in einem missbilligtem Tonfall: „Was soll dies dunkles Wesen? Ich könnte euch hier und jetzt töten und euch interessiert dies nicht. Im Gegenteil ihr fordert von uns etwas herauszugeben, was nun in unserem Besitz ist.““
Kalis lächelt leicht , während er sich zu dem Elf wendet und spricht: „Wohl war, ihr könntet mich töten. Mit euren präparierten Waffen. Aber was würde es euch bringen? Ich habe keinen Zweifel daran, dass es euch sogar gelingen würde, mich zu töten. Jedoch solltet ihr mich auch nicht unterschätzen. Einen von euch beiden würde ich mit mir in den Tot reisen und dies könnte weder in eurem, sowie in meinem Interesse sein. Um ehrlich zu sein, wärt ihr nicht in der Lage mich zu töten, würde ich nicht mit euch versuchen zu verhandeln, sonder den Stein, welcher ja wie ihr gerade sagtet in eurem Besitz ist, von euren toten Körpern an mich nehmen. Und nun Spitzohr, lasst ihr lieber den Drowblütigen entscheiden, da dieser wenigstens mit Vernunft gesegnet zu sein scheint.“
Leran tritt etwas näher an den Teufel heran und spricht: „Wenn ich mich nicht irre stehen die Teufel in einem ewigen Krieg gegen die Dämonen. Ihr erwähntet, dass ihr Kopfgeldjäger seit. Was ist eure Beute?“
Kalis lächelt etwas und erwidert ihm: „Zumeist Dämonen, wenn ich Lust dazu habe nehme ich auch von Sterblichen Aufträge an. Und was diesen Krieg betrifft. Er wird nicht ewig sein. Diese elenden chaotischen Dämonen werden sich uns bald beugen müssen. Wie dem auch sei, ich akzeptiere hiermit, dass ich, wenn ihr mich nicht tötet, in eurer Schuld stehe und glaubt mir, ich nehme so etwas sehr ernst. Dazu wäre ich euch sehr Dankbar, wenn ihr mir den Edelstein überlassen würdet. Ich währe auch für eine Gefälligkeit meinerseits bereit, solange sie in meiner Macht steht.“ Kalis schaut abwartend Leran an, während er seine Hand zu ihm hinreicht.
Leran lächelt den Teufel an und spricht ruhig: „Eigentlich hatte ich vor euch so oder so zu töten. Aber euer Angebot scheint mir interessant und ihr wärt an diese Abmachung gebunden, solange sie gilt?“
Entsetzt ruft Tiromaedh dem Halbdrow zu: „Wie könnte ihr euch auf ein solch dämonisches Wesen einlassen?“
Kalis lächelt jedoch zuversichtlich und antwortet Leran: „Von meiner Seite aus kann ich die Abmachung nicht brechen, sobald sie gilt. Nun was wäre euer begehr? Soll ich jemanden töten. Wollt ihr Herrscher über ein bestimmtes Gebiet werden? Wollt ihr Unsterblichkeit? Gut, auch wenn ich diese euch nicht geben kann, so weis ich wer sie euch geben kann.“
Der Halbdrow lächelt Kalis an, antwortet ihm jedoch ernst: „Wer will schon ewig leben? Nein, die Abmachung würde anders aussehen. Ich überlasse euch euer Leben und den Rubin. Im Gegenzug erfüllt ihr mir meinen Wunsch bei Bedarf und damit ihr auch daran interessiert seit, diesen Wunsch zu erfüllen. Ist es euch bis zu jenen Tag, an dem ihr mir diesen Wunsch erfüllt, verwehrt Lebewesen zu töten, welche nicht böse sind.“
Überrascht schaut der Teufel zu Leran und spricht zunächst ebenso: „Eine ungewöhnliche Abmachung, welche ich nicht gerne eingehe. Aber eure Art zu denken gefällt mir auf irgendeine Weise. In nächster Zeit wird die Jagd dann zwar einseitig, aber Abmachung ist Abmachung und es gibt genug Dämonen da draußen und wer weis wie schnell ihr schwachen sterblichen Wesen meine Hilfe gebrauchen könnte.“ Mit einem aufgesetzt zuversichtlichen Lächeln reicht Kalis seine Hand zu Leran, um den Packt zu besiegeln.
Leran tut es ihm gleich und spricht: „Möge meines Feindes Feind Tot und Leid über die Feinde bringen, sowie ich es selbst über sie bringen werde.“
Danach reicht Tiromaedh den Rubin dem Teufel, welcher daraufhin sich in Luft auflöst und spricht: „Wir werden uns schon bald wiedersehen und denkt daran, auch wenn ihr mich nicht seht. Ihr habt mein Interesse an euch geweckt und nun werde ich dieses nicht so schnell wieder verlieren.“

Nach der verfluchten Nacht,
bricht ein ruhiger Morgen an.
Noch vor dem Sonnenaufgang ist zuspüren,
dass eine große Last von der Stadt gefallen ist.
Viel Blut ist dafür geflossen,
zuviel war unnötig.

Die zwei Reisende stehen am Westtor des Städtchen.
Nur wenige beachten sie.
Während die Sonne aufgeht,
nähert sich ein alter Krieger.
Seine alte Rüstung erstrahlt im neuen Licht.
Sein Schwert spiegelt das Licht der Sonne wieder.
Sein am Vortag noch getrübter Geist,
ist schärfer als je zuvor.
Seine fast erloschene Aura,
lässt selbst die Sonne blass erscheinen.
Drei Reisende, Kampfgefährten, Krieger, Jäger,
bereit das Böse aus zu vertreiben,
egal wo es ist,
beginnen nun ihren letzten großen Feldzug.
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