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 Brynn Daerithan von Dana

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Brynn Daerithan von Dana Empty
BeitragThema: Brynn Daerithan von Dana   Brynn Daerithan von Dana EmptyFr Feb 26, 2010 3:14 pm

Das laute Weinen, welches die schmucklose Blockhütte erfüllte, entsprach ganz und gar nicht der Art von Darlia. Nein, die bereits ein wenig in die Jahre gekommene Frau war eher vom ruhigen Schlag, wortkarg und arbeitsam. Sie hatte früh gelernt, sich den Gegebenheiten und Widrigkeiten ihres einfachen, harten Lebens anzupassen und zu fügen. Darlia war mit diesen Eigenschaften eine geachtete, wenngleich unauffällige Bewohnerin des kleinen Dorfes Steinbach in den Wäldern weit nördlich von Silbrigmond.
Der Mann an ihrer Seite beugte sich tiefer über die Lagerstätte, auf der Darlia ruhte. Bei dem wütenden, protestierenden Geräusch verzogen sich die wettergegerbten Züge des Mannes zu einem knappen Schmunzeln, und wohl nur jemand, der ihn so gut wie Darlia kannte, wäre in der Lage gewesen, in den Augen von Keleth so etwas wie Stolz und Glück zu erkennen. Und auch nur Darlia vermochte zu erraten, dass die Gedanken, die ihm soeben durch den Kopf schossen, den ihren nicht unähnlich waren: Dieses Kind kam nach seinem Vater. Eine unumstößliche Tatsache, die nur wenige Minuten nach der Geburt des kleinen Mädchens nicht mehr von der Hand zu weisen war.

Brynn duckte sich reflexartig zur Seite weg, und der Speer rauschte haarscharf an ihrem Kopf vorbei, um sich nur wenige Schritte hinter ihr in einen Baumstamm zu bohren. Der nun waffenlose Goblin starrte die zierliche Frau entgeistert und offensichtlich vor lauter Überraschung über seinen Fehltreffer unfähig, sich zu rühren, an. Einen Lidschlag später war Brynn bei der hässlichen Kreatur. Mit einem Aufschrei riss der Goblin die Arme hoch und versuchte, rückwärts in das deckende Unterholz zu stolpern, doch dafür war es längst zu spät. Das Schwert der jungen Frau senkte sich in einer schnellen Vorwärtsbewegung in den Brustkorb des Monsters. Der Goblin sank tot zur Erde.

Das Flammenmeer drohte sie zu verschlingen. Schreie durchbrachen das prasselnde Geräusch der hoch auflodernden Flammen, die an den einfachen Blockhütten der kleinen Menschensiedlung reichlich Nahrung fanden. Das Klirren der Waffen wurde schwächer und verstummte schließlich ganz. Sie hörte ein Weinen, ein verzweifeltes, angstvolles Schluchzen.

Hastig fuhr Brynn herum. Der zweite Goblin war schon auf wenige Schritte herangekommen, und aus den Augenwinkeln sah sie das Langschwert, welches der kleinen Kreatur als Zweihänder diente, auf sich niedersausen. Sie ließ - den Schwung der Drehung ausnutzend - ihren linken Arm mit dem Dolch hochschnellen und parierte den erstaunlich kräftigen Schlag des Goblins im letzten Moment. Der Goblin, der sein Schwert nicht schnell genug zurückziehen konnte, um seinen nun ungeschützten Unterleib zu decken, sprang zurück und entging Brynns vorzuckendem Schwert nur knapp. Die zierliche Frau setzte sofort nach und deckte die Kreatur mit einer Folge schneller Angriffe ein, die der kleine Goblin mit seiner viel zu unhandlichen Waffe mühsam parierte. Für die geübte Schwertkämpferin, in deren stahlgrauen Augen die Wut hell aufloderte, war dieser Kampf nur eine Frage der Zeit. Bis sie plötzlich einige Schritte hinter ihrem Gegner zwischen den Bäumen zwei weitere Goblins auftauchen sah.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sie merkte, dass dieses Wimmern ihrer eigenen Kehle entsprang - und es dauerte noch einen weiteren langen Augenblick, bis sie es schaffte, die Tränen zurückzudrängen. Sie durfte sich nicht verraten, sie durfte um Himmels Willen keinen Laut von sich geben. Die Hitze der Flammen war in der kleinen Höhle, die sie sich schon vor Jahren als Geheimversteck unter den steinernen Bodenplatten des Kartoffelkellers ihres Elternhauses geschaffen hatte, weniger bedrohlich. Zumindest konnte man sich das einreden, wenn man das Gesicht fest in das kühle Erdreich presste und es vermied, zwischen den Steinplatten nach oben zu blicken. Nach oben, wo die Bohlen der kleinen Blockhütte - von den Flammen zernagt - krachend und funkensprühend auf ihr Versteck niederbrachen und mittlerweile keine menschlichen Stimmen mehr zu hören waren - nur noch das Johlen und Gröhlen unzähliger Goblins.

Brynn presste die Lippen fest aufeinander und steigerte die Geschwindigkeit, mit der sie ihr Schwert auf ihren Gegner zuschnellen ließ und ihre Angriffe führte, noch weiter. Sie musste die Kreatur vor ihr besiegen, ehe die zwei Goblins bei ihr waren, das war der jungen Kämpferin deutlich bewusst. Der erste, mutigere der beiden brach plötzlich aus dem Schutz der Bäume hervor und stürmte auf Brynn zu. Der Gegner der jungen Frau wandte den Kopf, und stieß einen Freudenschrei aus, als er erkannte, dass nicht ein Feind, sondern ein Verbündeter in den Kampf eingriff. Und genau dies wurde der Kreatur zum Verhängnis. Brynn nutzte den Moment der Unaufmerksamkeit ihres Gegners, durchbrach dessen Abwehr und bohrte ihr Schwert in seine Kehle. Der Freudenschrei wandelte sich in ein hässliches Gurgeln, als der Goblin vor ihr in die Knie ging.
Genau im selben Moment brach der heranstürmende Goblin zusammen. Keuchend drehte sich Brynn der Kreatur zu, die so plötzlich und nur wenige Schritte neben ihr reglos auf der Erde lag. In der Brust des Monsters ragte ein gut gearbeiteter Pfeil.
"Warte hier, ich bin gleich zurück...", erklang eine tiefe, vertraute Stimme hinter Brynn. Die junge Frau lächelte auf und strich sich einige nasse Haarsträhnen aus der verschwitzten Stirn, während sie dem Schatten nachsah, der zwischen den Bäumen verschwand und dem letzten Goblin nachjagte, welcher schleunigst die Flucht ergriffen hatte.

Hunger. Sie hatte entsetzlichen Hunger. Und sie war müde. Vielleicht sollte sie einfach weiterschlafen. Aber da war dieser Hunger. Sie schlug die Augen auf und starrte nach oben. Die Steine über ihr waren schwarz. Es stank, nach kaltem Rauch. Und da war noch ein weiterer Geruch, ein Geruch, der einem eine Gänsehaut über den kleinen Körper jagte. Ihr wurde schwindelig. Und alles war ruhig. Viel zu ruhig.

Brynn ließ ihr Schwert langsam in die dafür vorgesehene Schwertscheide an ihrem Gürtel gleiten, nicht ohne sich noch einmal wachsam umzublicken. Sie kontrollierte schnell, ob die beiden reglosen Goblins wirklich tot waren, dann kehrte sie der Lichtung tief im Süden des Hochwaldes den Rücken und machte sich auf den Weg zu ihrem Lagerplatz. Einen kurzen Moment überlegte sie, ob sie Althor folgen sollte, ließ es dann jedoch mit einem Schmunzeln. Der hünenhafte Mann, der ihr so vieles - auch den Kampf - beigebracht hatte, würde sicherlich nicht auf ihre Hilfe angewiesen sein, um den letzten, verschreckten Goblin zu erledigen.

Sie zwängte sich durch den schmalen Spalt der verrußten Steinplatten und sah sich vorsichtig um. Der Anblick, welcher sich ihr bot, nahm ihr den Atem. Sie begann zu weinen. Und nur das Gefühl, hier schnellstens fliehen zu müssen, welches sich tief in dem Mädchen regte, veranlasste sie, sich aus dem Bodenloch zu zwängen - anstelle sich dem verlockenden Gefühl hinzugeben, sich wieder zu verkriechen und einfach weiterzuschlafen. Sie stolperte schluchzend und ohne wirklich zu wissen, was sie tat, aus dem niedergebrannten Dorf heraus. Wie von selbst setzten sich ihre Füße voreinander, trugen das Mädchen immer weiter von dem Ort weg, bis sie schließlich vor Erschöpfung irgendwo in der Wildnis, neben der Straße nach Silbrigmond umfiel.

Brynn erreichte das Lager vor Althor. Sie nährte die in ihrem Bett aus Erde und Steinen gesicherte Glut mit trockenem Reisig und legte einige Holzstücke nach, als das Feuer sich neu entzündete. Dann schnallte sie ihren Waffengurt ab, warf ihn neben sich zu Boden und ließ sich schließlich ins weiche Gras fallen. Nachdenklich drehte sich die Frau auf den Bauch, stützte den Kopf in beide Hände und starrte vor sich hin.
Brynn erwachte einige Stunden später. Das Feuer war längst erloschen, und am östlichen Horizont tauchte die aufgehende Sonne den Himmel in ein warmes Rot. Brynn schreckte auf und sah sich um. Wo war Althor? Plötzlich war die junge Frau hellwach. Seine Sachen waren fort. Wut und Verzweiflung ließen ihr die Tränen in die Augen schießen. Das konnte doch nicht sein, er konnte sie doch nicht einfach so im Stich lassen!
Mit einem zornigen Stöhnen ließ sich Brynn zurücksinken und schlug mit geballten Fäusten auf den Erdboden ein. Er würde wiederkommen, er musste es einfach. Doch tief in ihrem Innern wusste sie, dass er wirklich fort war. Althor hatte während des letzten Sonnenlaufes das Gespräch immer wieder auf dieses Thema gelenkt. Er hatte etwas zu erledigen, bei dem er sie nicht mitnehmen konnte... oder wollte. Seiner Meinung nach war Brynn nun längst selbständig und erwachsen genug, um allein auf sich acht geben zu können. Sie hatte sich, nachdem er sie vor rund zehn Sonnenläufen in den Wäldern nördlich von Silbrigmond mehr tot als lebendig gefunden und aufgenommen hatte, als gelehrige und gute Schülerin erwiesen, und der erfahrene Waldläufer hatte ihr viel von seinem Wissen vermittelt.
Es dauerte mehrere Tage, bis sich Brynn mit dieser Wahrheit abzufinden schien. Und in diesen Tagen fiel der jungen Frau ein, dass Althor immer wieder von den Wäldern Cormyrs erzählt hatte. Intuitiv wurde ihr klar, dass sie den einzigen Freund, den sie auf dieser Welt hatte, in dieser weit entfernten Region suchen sollte...Das laute Weinen, welches die schmucklose Blockhütte erfüllte, entsprach ganz und gar nicht der Art von Darlia. Nein, die bereits ein wenig in die Jahre gekommene Frau war eher vom ruhigen Schlag, wortkarg und arbeitsam. Sie hatte früh gelernt, sich den Gegebenheiten und Widrigkeiten ihres einfachen, harten Lebens anzupassen und zu fügen. Darlia war mit diesen Eigenschaften eine geachtete, wenngleich unauffällige Bewohnerin des kleinen Dorfes Steinbach in den Wäldern weit nördlich von Silbrigmond.
Der Mann an ihrer Seite beugte sich tiefer über die Lagerstätte, auf der Darlia ruhte. Bei dem wütenden, protestierenden Geräusch verzogen sich die wettergegerbten Züge des Mannes zu einem knappen Schmunzeln, und wohl nur jemand, der ihn so gut wie Darlia kannte, wäre in der Lage gewesen, in den Augen von Keleth so etwas wie Stolz und Glück zu erkennen. Und auch nur Darlia vermochte zu erraten, dass die Gedanken, die ihm soeben durch den Kopf schossen, den ihren nicht unähnlich waren: Dieses Kind kam nach seinem Vater. Eine unumstößliche Tatsache, die nur wenige Minuten nach der Geburt des kleinen Mädchens nicht mehr von der Hand zu weisen war.

Brynn duckte sich reflexartig zur Seite weg, und der Speer rauschte haarscharf an ihrem Kopf vorbei, um sich nur wenige Schritte hinter ihr in einen Baumstamm zu bohren. Der nun waffenlose Goblin starrte die zierliche Frau entgeistert und offensichtlich vor lauter Überraschung über seinen Fehltreffer unfähig, sich zu rühren, an. Einen Lidschlag später war Brynn bei der hässlichen Kreatur. Mit einem Aufschrei riss der Goblin die Arme hoch und versuchte, rückwärts in das deckende Unterholz zu stolpern, doch dafür war es längst zu spät. Das Schwert der jungen Frau senkte sich in einer schnellen Vorwärtsbewegung in den Brustkorb des Monsters. Der Goblin sank tot zur Erde.

Das Flammenmeer drohte sie zu verschlingen. Schreie durchbrachen das prasselnde Geräusch der hoch auflodernden Flammen, die an den einfachen Blockhütten der kleinen Menschensiedlung reichlich Nahrung fanden. Das Klirren der Waffen wurde schwächer und verstummte schließlich ganz. Sie hörte ein Weinen, ein verzweifeltes, angstvolles Schluchzen.

Hastig fuhr Brynn herum. Der zweite Goblin war schon auf wenige Schritte herangekommen, und aus den Augenwinkeln sah sie das Langschwert, welches der kleinen Kreatur als Zweihänder diente, auf sich niedersausen. Sie ließ - den Schwung der Drehung ausnutzend - ihren linken Arm mit dem Dolch hochschnellen und parierte den erstaunlich kräftigen Schlag des Goblins im letzten Moment. Der Goblin, der sein Schwert nicht schnell genug zurückziehen konnte, um seinen nun ungeschützten Unterleib zu decken, sprang zurück und entging Brynns vorzuckendem Schwert nur knapp. Die zierliche Frau setzte sofort nach und deckte die Kreatur mit einer Folge schneller Angriffe ein, die der kleine Goblin mit seiner viel zu unhandlichen Waffe mühsam parierte. Für die geübte Schwertkämpferin, in deren stahlgrauen Augen die Wut hell aufloderte, war dieser Kampf nur eine Frage der Zeit. Bis sie plötzlich einige Schritte hinter ihrem Gegner zwischen den Bäumen zwei weitere Goblins auftauchen sah.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sie merkte, dass dieses Wimmern ihrer eigenen Kehle entsprang - und es dauerte noch einen weiteren langen Augenblick, bis sie es schaffte, die Tränen zurückzudrängen. Sie durfte sich nicht verraten, sie durfte um Himmels Willen keinen Laut von sich geben. Die Hitze der Flammen war in der kleinen Höhle, die sie sich schon vor Jahren als Geheimversteck unter den steinernen Bodenplatten des Kartoffelkellers ihres Elternhauses geschaffen hatte, weniger bedrohlich. Zumindest konnte man sich das einreden, wenn man das Gesicht fest in das kühle Erdreich presste und es vermied, zwischen den Steinplatten nach oben zu blicken. Nach oben, wo die Bohlen der kleinen Blockhütte - von den Flammen zernagt - krachend und funkensprühend auf ihr Versteck niederbrachen und mittlerweile keine menschlichen Stimmen mehr zu hören waren - nur noch das Johlen und Gröhlen unzähliger Goblins.

Brynn presste die Lippen fest aufeinander und steigerte die Geschwindigkeit, mit der sie ihr Schwert auf ihren Gegner zuschnellen ließ und ihre Angriffe führte, noch weiter. Sie musste die Kreatur vor ihr besiegen, ehe die zwei Goblins bei ihr waren, das war der jungen Kämpferin deutlich bewusst. Der erste, mutigere der beiden brach plötzlich aus dem Schutz der Bäume hervor und stürmte auf Brynn zu. Der Gegner der jungen Frau wandte den Kopf, und stieß einen Freudenschrei aus, als er erkannte, dass nicht ein Feind, sondern ein Verbündeter in den Kampf eingriff. Und genau dies wurde der Kreatur zum Verhängnis. Brynn nutzte den Moment der Unaufmerksamkeit ihres Gegners, durchbrach dessen Abwehr und bohrte ihr Schwert in seine Kehle. Der Freudenschrei wandelte sich in ein hässliches Gurgeln, als der Goblin vor ihr in die Knie ging.
Genau im selben Moment brach der heranstürmende Goblin zusammen. Keuchend drehte sich Brynn der Kreatur zu, die so plötzlich und nur wenige Schritte neben ihr reglos auf der Erde lag. In der Brust des Monsters ragte ein gut gearbeiteter Pfeil.
"Warte hier, ich bin gleich zurück...", erklang eine tiefe, vertraute Stimme hinter Brynn. Die junge Frau lächelte auf und strich sich einige nasse Haarsträhnen aus der verschwitzten Stirn, während sie dem Schatten nachsah, der zwischen den Bäumen verschwand und dem letzten Goblin nachjagte, welcher schleunigst die Flucht ergriffen hatte.

Hunger. Sie hatte entsetzlichen Hunger. Und sie war müde. Vielleicht sollte sie einfach weiterschlafen. Aber da war dieser Hunger. Sie schlug die Augen auf und starrte nach oben. Die Steine über ihr waren schwarz. Es stank, nach kaltem Rauch. Und da war noch ein weiterer Geruch, ein Geruch, der einem eine Gänsehaut über den kleinen Körper jagte. Ihr wurde schwindelig. Und alles war ruhig. Viel zu ruhig.

Brynn ließ ihr Schwert langsam in die dafür vorgesehene Schwertscheide an ihrem Gürtel gleiten, nicht ohne sich noch einmal wachsam umzublicken. Sie kontrollierte schnell, ob die beiden reglosen Goblins wirklich tot waren, dann kehrte sie der Lichtung tief im Süden des Hochwaldes den Rücken und machte sich auf den Weg zu ihrem Lagerplatz. Einen kurzen Moment überlegte sie, ob sie Althor folgen sollte, ließ es dann jedoch mit einem Schmunzeln. Der hünenhafte Mann, der ihr so vieles - auch den Kampf - beigebracht hatte, würde sicherlich nicht auf ihre Hilfe angewiesen sein, um den letzten, verschreckten Goblin zu erledigen.

Sie zwängte sich durch den schmalen Spalt der verrußten Steinplatten und sah sich vorsichtig um. Der Anblick, welcher sich ihr bot, nahm ihr den Atem. Sie begann zu weinen. Und nur das Gefühl, hier schnellstens fliehen zu müssen, welches sich tief in dem Mädchen regte, veranlasste sie, sich aus dem Bodenloch zu zwängen - anstelle sich dem verlockenden Gefühl hinzugeben, sich wieder zu verkriechen und einfach weiterzuschlafen. Sie stolperte schluchzend und ohne wirklich zu wissen, was sie tat, aus dem niedergebrannten Dorf heraus. Wie von selbst setzten sich ihre Füße voreinander, trugen das Mädchen immer weiter von dem Ort weg, bis sie schließlich vor Erschöpfung irgendwo in der Wildnis, neben der Straße nach Silbrigmond umfiel.

Brynn erreichte das Lager vor Althor. Sie nährte die in ihrem Bett aus Erde und Steinen gesicherte Glut mit trockenem Reisig und legte einige Holzstücke nach, als das Feuer sich neu entzündete. Dann schnallte sie ihren Waffengurt ab, warf ihn neben sich zu Boden und ließ sich schließlich ins weiche Gras fallen. Nachdenklich drehte sich die Frau auf den Bauch, stützte den Kopf in beide Hände und starrte vor sich hin.
Brynn erwachte einige Stunden später. Das Feuer war längst erloschen, und am östlichen Horizont tauchte die aufgehende Sonne den Himmel in ein warmes Rot. Brynn schreckte auf und sah sich um. Wo war Althor? Plötzlich war die junge Frau hellwach. Seine Sachen waren fort. Wut und Verzweiflung ließen ihr die Tränen in die Augen schießen. Das konnte doch nicht sein, er konnte sie doch nicht einfach so im Stich lassen!
Mit einem zornigen Stöhnen ließ sich Brynn zurücksinken und schlug mit geballten Fäusten auf den Erdboden ein. Er würde wiederkommen, er musste es einfach. Doch tief in ihrem Innern wusste sie, dass er wirklich fort war. Althor hatte während des letzten Sonnenlaufes das Gespräch immer wieder auf dieses Thema gelenkt. Er hatte etwas zu erledigen, bei dem er sie nicht mitnehmen konnte... oder wollte. Seiner Meinung nach war Brynn nun längst selbständig und erwachsen genug, um allein auf sich acht geben zu können. Sie hatte sich, nachdem er sie vor rund zehn Sonnenläufen in den Wäldern nördlich von Silbrigmond mehr tot als lebendig gefunden und aufgenommen hatte, als gelehrige und gute Schülerin erwiesen, und der erfahrene Waldläufer hatte ihr viel von seinem Wissen vermittelt.
Es dauerte mehrere Tage, bis sich Brynn mit dieser Wahrheit abzufinden schien. Und in diesen Tagen fiel der jungen Frau ein, dass Althor immer wieder von den Wäldern Cormyrs erzählt hatte. Intuitiv wurde ihr klar, dass sie den einzigen Freund, den sie auf dieser Welt hatte, in dieser weit entfernten Region suchen sollte...
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