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 Dein Gesicht in meinem Spiegel... von gentle1man

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Dein Gesicht in meinem Spiegel... von gentle1man Empty
BeitragThema: Dein Gesicht in meinem Spiegel... von gentle1man   Dein Gesicht in meinem Spiegel... von gentle1man EmptySa Feb 27, 2010 11:24 am

in deinem Spiegel mein Gesicht
(Die Geschichte zweier Donnerbrüder, die Moradin nicht unterschiedlicher hätte segnen können)



Missmutig verlässt Borim die Taverne seiner Heimatbinge.
Lautes Gelächter und Gegröhle folgen ihm und hallen in seinen empfindsamen Ohren wider. "Geh ins Bett, Borim! Lern erstmal mit dem Kuld und dem Dur umgehen, bevor du überhaupt in unserer Runde sitzt." "D A S soll Gesang sein? Lern erstmal die Noten!", dieser Nachruf von Torm Silberstimme schmerzte am Meisten.
Torm Silberstimme, ein Dorn mit Widerhaken in Borims Fleisch, seit er denken kann. Dieser angebliche Sänger der Binge, sicher doppelt so alt wie er, kannte nur Sauflieder und seine Stimme hörte sich in Borims Ohren kratzend und dünn an. Doch er war nunmal der Ältere und die anderen Bingenbewohner schätzten ihn wegen seines Gesangs... Gesangs? - ha! oberflächliches Gegröhle ohne Inhalt!

>>>>> Borin bog grade um die Ecke der Taverne als er seinen Bruder sah wie dieser sie missmutig verlies.
Hatten sie ihn wieder gehänselt? Hatten sie sich wieder über seinen Gesang lustig gemacht? Er spürte wie heisse Wut in ihm hoch kam. Sein Blut fing zu brodeln an - nun das kannte er. Schliesslich ist er ein Kuldjargh. Niemand durfte sich über seinen Bruder lustig machen! Gut er selbst hänselte ihn zwar auch ab und zu - aber das war etwas ganz anderes! Seine Augen begannen zu funkeln. Die Augenbraunen zogen sich finster zusammen. Er stürmte in die Taverne - sah Torm Silberstimme auf dem Tisch stehen und Borim nachäffen. Er stürmte los. Erschrocken wichen die anderen Zuhörer zur Seite - sie kannten Borin, kannten seine unkontrollierbaren Wutausbrüche. Er bekam Torm am Fussgelenk zu fassen und zog ruckartig an. Torm krachte mit dem Rücken auf den Tisch, der unter seiner Last zerbarsst. Mit einem Wutschrei packte Borin ihn am Hosenbund und Kragen, hob ihn mühelos hoch und warf ihn wie einen Mehlsack durch die Taverne. Torm flog ein paar Meter durch den Raum und landete unsanft auf dem Boden.
Borin setzte sofort nach und wollte ihn erneut am Kragen packen, doch ein paar beherzte Anwesende hielten ihn zurück. "Lass es gut sein, Borin" redeten sie beschwichtigend auf ihn ein. "Er hat genug." Langsam beruhigte sich Borin. Die Mitbrüder schoben ihn sanft aber bestimmt zur Tür. Er lies es geschehen. Er trat hinaus in die kalte Nacht und sein Blut begann sich abzukühlen. <<<<<

An diesem Abend schleicht er sich das erste Mal aus der Sicherheit der Binge. Borin, sein Donnerbruder, hatte mal einem anderen von diesem schmalen, kaum bekannten Gang erzählt und nicht bemerkt, dass er in der Nähe stand und zuhörte.
Unsicherheit befällt Borim als er in der kleinen Öffnung, die seine Leibesfülle zu sprengen droht, steht und einen langen Blick über die sanften Hügel und Baumwipfel wirft, beleuchtet nur durch den sanften Schimmer des Vollmondes. Doch seine Sehnsucht ist grösser und Überschwemmt seinen sonst klaren Verstand: einmal aus vollem Bauch und mit allen Stimmbändern seine Lieder ertönen zu lassen. Einmal nur an Musik, die so lebendig in ihm ist, und Texten die Welt teilhaben lassen, einmal nur ohne Spott und Hohn diese ihn selbst überwältigende Fülle hinauslassen.
Vorsichtig, verkrampft setzt Borim nun Fuss vor Fuss den kaum erkennbaren Pfad entlang.
Es wurde nur ein kurzer Marsch für ihn als er um eine sanfte Biegung diesen kleinen, mit wundersamen Seerosen am Ufer entlang bewachsenen, See fand. Rasch wischt er sich mit einem Tüchlein den Schweiss von der Stirn und sieht sich nach einem Plätzchen um an dem er sich wohlfühlen könnte und sich seiner, wie er meint, Kunst hingeben könnte.
Der Platz war rasch gefunden. Geschützt durch ein Halbrund an Büschen und einigen mit weitausladenden Ästen machtvolle Bäume, lässt er sich fast atemlos vor Spannung nieder. Sein Blick über den See und die diesen umgebenden Büsche und Bäume ist frei und tief nimmt er dieses Bild in sich auf.
Endlich mal allein, endlich mal nichts und niemand der ihn mit irgendwelchen brummigen Hinweisen, was sinnvoller sei als Singen, zurechtwies.
Endlich auch mal ohne Borin, der zwar selten spöttelte, aber auch immer meinte, er, Borim, sei nur faul und würde sich vor harter Arbeit und dem noch härteren Training drücken.
Leise seufzt Borim auf.
Niemand verstand ihn. Niemand.
Doch dann spürt er den Wind neckend in seinem Haar und prachtvollen flammenden Bart zupfen und ein kleines Lächeln huscht um seine vollen, meist verkniffenen Lippen, weich wird der Ausdruck seines Gesichtes, glatt und faltenlos seine Stirn als er leise versucht diesem zarten unregelmässigen Wind mit tiefen Summtönen zu begleiten.
Schnell spürt er die Behinderung seiner sitzenden Haltung und rasch wuchtet er seine Masse hoch.
Nun fliessen die Töne, und wie sie fliessen!
Das Summen verstärkt sich, spielt mit dem Wind, singt gegen ihn an und sein Herz jauchzt in seinem Leibe, seine wundersam fast schwarze Augen leuchten auf in unendlich tief empfundener Lebensfreude.
Alles um ihn herum scheint Klang zu werden, das Rauschen des Windes im Laub und dem zarten Geäst der Büsche, sein Spiel mit der Oberfläche des Sees, dessen Wellen er mal hierhin, mal dorthin treibt, den Wolken, in geheimisvollen Farben vom Mond angestrahlt und sich ballend oder auflösend, je nachdem wie es dieser mächtige Wind in diesen unglaublichen Höhen beliebt.
Langsam öffnen sich Borims Lippen, Töne dröhnen mit ungeheuerem Klang und Kraft seines Herzens in die Welt, als wollte er die Wolken, sogar vielleicht den Mond erreichen.

>>>>Nachdem Borin die Taverne verlassen hatte schlug er den Weg ein den Borim gegangen war. Er spürte eindeutig wohin dieser ging. Er ging den Alten Weg entlang und hörte dann schon von weitem den Gesang Borims. Vor der letzten Biegung blieb er stehen und setzte sich ins Gras. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht - so hatte er seinen Bruder noch nicht singen gehört. Das war es, jetzt hatte er endlich sich und seine Stimme gefunden. Er setzt sich und lauscht weiter den Gesang Borims. <<<<

Die Macht seiner Empfindungen nimmt zu, überschwemmt alle anderen Sinne, er schliesst hingebungsvoll die Augen.
Und Borim singt.
Er singt ein Loblied an Moradin.
Seine Worte, sein Gesang volltönend aus weiter Brust erfüllen seine ganze Welt, sein ganzes Sein. Nichts anderes zählt mehr als die Hingabe Borims an Moradin, seinen Gott aller Götter, den er mit machtvollen Versen und noch machtvollerer Stimme besingt.
Tief, volltönend, mit wunderbarer geschulter Stimme, ohne zu Stocken, ohne je den Ton zu verfehlen mit weit geöffneten Armen gibt Borim alles und dieses Alles ist mehr, als jemals ein Zwerg in der Binge zu hören bekommen hatte.
Sachte, behutsam lässt er seine Hymne ausklingen, so, als ob er niemanden mit dem Ende erschrecken wollte.
Dann steht er da, mit noch immer ausgebreiteten Armen, noch immer hingegeben einer Weite, die nur er zu empfinden wohl in der Lage ist. Noch immer schwingen seine Töne durch ihn hindurch und in die Welt, noch immer scheinen Baum und Busch zu lauschen und sie in sich einzusaugen.
Und behutsam öffnen sich seine Lider.
Tief atmet er auf.
Frei, aye, frei zu singen, so wie gerade jetzt, aye, das braucht er um zu leben, aye....
Langsam löst sich etwas in ihm, langsam, erst zart, beginnt sein breiter Brustkorb sich stossweise zu bewegen, dann greift diese Bewegung auf seinen machtvollen Bauch über und sein Lachen bahnt sich einen Weg.
Herzlich sein Lachen, auch dieses fast mehr Gesang, volltönend, warm und voller Lebendigkeit und Lebensfreude.
Verse schiessen ihm durch den Kopf, Verse voller Zuwendung und Bestärkung, das Bild Borins taucht vor seinem inneren Blick auf, ihrer beider Mutter, und er singt, singt für den Bruder, die Mutter, wieder in seiner ganz speziellen hingegebenen Weise, wie nie jemand in der Binge es je hörte.
Ein Lied, so alt, ein Lied von einer Macht, die Borim nie gefühlt, nie vorher gehört hat, doch ein Lied, das sich in diesem Augenblick selbst gebiert und das nur wenige wirklich kennen:
das Bardenlied.
Alles was in seiner Nähe sich befindet scheint gestärkt zu werden durch diesen heiligen Gesang, selbst das Gras unter seinen Füssen.

>>>>Borin fühlt wie ihm der Gesang in die Glieder fährt. Er kann es nicht genau beschreiben aber er scheint durch den Gesang seines Bruders gestärkt zu sein. Ha, hätte Borim das Talent mal früher entfacht. Auf den Schlachtfeldern gegen die Elfen wären ihm und den anderen Zwergen dieser Gesang zugute gekommen. Seine Augen verfinstern sich kurz als er an die Elfen denkt. Solange er auf der Welt war herrschte Krieg zwischen ihrem Clan und den Spitzohren die im Tal wohnten. Obwohl keiner mehr sagen kann um was es eigentlich bei dem Streit geht - kommt es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen.
Machtvoll dringt wieder der Gesang Borims in sein Bewustsein und er entspannt sich.<<<<

Als er auch dieses Lied sanft ausklingen lässt sieht er erstaunt an sich selbst herab.
War das wirklich noch er, Borim?
Der verspottete, gehänselte, verachtete?
Keine Zeit darüber nachzudenken, schon formen sich neue Melodien und Verse und nehmen ihn gefangen.
Die Erinnerungen an die Erzählungen seiner Brüder und Schwestern an die unzähligen Feinde seines Volkes suchen ihren Ausdruck.
Seine Fäuste ballen sich, sein Gesicht wird hart, wütend, mit funkelnden Augen, droht er nicht sichtbaren Feinden und...
verflucht sie...
verflucht sie mit dröhnendem, alles durchdringendem Gesang, das tief aus seinem Inneren sich Bahn bricht:
das Fluchlied der Barden.
Und selbst das Gras beugt sich unter diesem Gesang, wie entsetzt.

Abrupt beendert er dieses Lied, erschrocken über sich selbst, erschrocken über diese ungeheure Macht seiner Töne und Verse.
Seine rechte wandert hoch und legt sich leicht über seinen Mund. In seinen schwarzen Augen Erstaunen, Verwirrung, ja auch ein wenig Bestürzung.
Und doch... Borim nimmt die Hand wieder herunter, eine entschlossene Geste.
Nein, nie wieder wird ihm irgend jemand verbieten, diese von Moradin an ihn vergebene Segnung anzuwenden.
Nie wieder!
Mit machtvoller Stimme ruft er seinen Schwur in dieses kleine Stückchen Land:"Nie werde ich mehr schweigen, wenn Reden angesagt ist, nie diese Macht denen vorenthalten, die sich in ihren Schutz zu stellen bereit sind, nie diesen Gesang unterdrücken im Angesicht der Feinde. Aye, Borim Flammenbart hat gesprochen!
Moradin telortor baraklartor!
Morandin arglar ews kagel barakbeltor!"

Entschlossen wendet er sich dem schmalen Weg zu, der in die Binge zurückführt.
Entschlossen sich den Segen seiner Mutter zu holen, eh er die Heimatbinge verlässt.

>>>>Als Borin merkt, dass sich sein Bruder zum Gehen wendet, drückt er sich schnell in eine dunkle Felsspalte und lässt ihn an sich vorübergehen. Er sollte nicht merken, dass er zugehört hat. Nachdem Borim aus seiner Sicht verschwunden ist, zündet er sich erstmal seine Pfeiffe an und pafft gemütlich. Danach, immer noch ergriffen von dem Gesang, schreitet er den Weg zurück.<<<<

Entschlossen allem den Rücken zu kehren um neue Lieder und Geschichten zu hören und zu lernen.
Entschlossen, vielleicht, eines Tages, so es mit Moradins Plänen übereinstimmt, zurückzukehren und alle in seiner Heimat mit seinen Liedern zu stärken und zu erfreuen.
Und die Feinde zur Freude seines Volkes mit seinem Fluch- und Kriegsgesang in die Flucht zu jagen.
Sein Schritt nun leicht, kein Zögern mehr, seine Haltung voller Stolz, seine Mimik entspannt, seine Augen strahlend.

>>>>Als Borin nach Hause kommt steht ihrer beider Mutter in der Tür und winkt gerade Borim nach. "Geh mit ihm und pass auf ihn auf," trägt sie ihm auf, nachdem sie ihm eilig erzählt hat was los ist. Er rennt in sein Zimmer, packt ein paar Sachen und eilt Borim hinterher. Am Bingenausgang hat er Borim eingeholt und schlägt ihm auf die Schulter. "Bei Moradin, Du wolltest doch nicht ohne mich los?" grinst er seinen Bruder an und gemeinsam verlassen sie Tethyamar, gelegen im Wüstenschlundgebirge.<<<<

(Verfasser: Borim und Borin Flammenbart)
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