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 Die Stille der Nacht von Anubis

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Die Stille der Nacht von Anubis Empty
BeitragThema: Die Stille der Nacht von Anubis   Die Stille der Nacht von Anubis EmptyFr Feb 26, 2010 3:11 pm

Ich hab den Grundstock meiner alten, vorausgehenden Geschichte genommen, und ihn überarbeitet mit kleinen Feinheiten ergänzt, mir sehr viel Mühe mit dieser Geschichte gegeben, da ich die alten Fehler beseitigen und zeigen wollte das ich es kann.

Es ist zwar nicht perfekt, wie die andere Geschichte - das soll es auch gar nicht sein und das will ich nie mehr - aber es stammt nur von mir und ich hoffe es gefällt euch wenigstens als Wiedergutmachung für das andere Werk. Immernoch steht RP für mich im Vordergrund und wie man mit dieser Figur umgehen kann, deswegen hoffe ich ihr lest es euch durch und beurteilt mich fair. Also was sagt ihr?

In einem kleinen Zimmer, sitzt eine verhüllte Gestalt gebeugt über einem Schreibtisch. Vor ihm ist ein aufgeschlagenes Buch, in welches er sorgsam und immer wieder nachdenklich aufblickend, seine Einträge verfasst. Einzigst ein dreiarmiger Kerzenleuchter erhellt sein Werk. Der Wind streicht über die Fensterläden und ein leises quietschen der rostigen Schaniere ist zu hören in der Stille.

„Es war eine dunkle, schwüle Nacht die über Faerun hereinbrach. Langsam zog der Mond am Abendhimmel seine Bahnen und schimmerte so hell, wie das nur in wenigen Nächten der Fall war. Die Wälder schienen mit einem stillen, keinen Laut preisgebendem Mantel überzogen zu sein. Jegliches Geräusch das sonst durch die Wälder fegte, wurde wie in einem Keim erstickt. Kein Vogel gab einen Laut von sich, kein rascheln der Blätter, kein Zweig zerbrach mehr, nichts – alles hörte für wenige Momente fast auf zu atmen. Wartete dieser Wald auf etwas, wollte mir er etwas durch seine Stille mitteilen?

Mir war nicht klar, was sich hier abspielte doch ich spürte die Anwesenheit von etwas, das ich nicht deuten konnte. Gänsehaut durchfuhr meinen ganzen Körper, hatte mich eben etwas berührt? Es kam mir so vor, als würden eben kleine Fingerspitzen über meinen Nacken gleiten doch es war wohl nur ein kleiner, kalter Windhauch. Jedes einzelne Härchen sträubte sich dabei auf. Doch, mich kümmerte dieser Gedanke nicht weiter. Egal was hier vor sich ging, ich säße sowieso bald in meinem Schiff das mich von diesem jämmerlichen Ort fortbrachte. Nichts hielt mich mehr hier. Freunde hatte ich niemals, aber wer braucht sie schon? Alleine komme ich bestens zurecht, bisher jedenfalls ging es immer gut. Ich brauchte für keinen Sorge zu tragen außer für mich.

Schweißperlen liefen mir langsam von meiner Stirn über meine Wange hinunter und ich blickte mich noch einmal um. Meine funkelnden blau-grauen Augen schweiften durch den Wald, etwas suchend aber nichts zu finden scheinend. Anschließend konzentrierte ich mich wieder auf meinem Weg, versuchte die Gedanken an etwas das mich anscheinend mit seinen fröstelnden Blicken durchbohrte und im Verborgenen wartete zu verdrängen, denn ich hatte noch ein Stückchen bis zur nächsten Stadt vor mir.

Die Schatten wurden immer größer, breiter, bedrohlicher und schienen sich wohl zu bewegen. Mein Sichtfeld wurde immer kleiner und die Dunkelheit um mich immer drückender. Leicht zitternd suchte ich nach einer Fackel und zündete sie an. Endlich etwas Licht in dieser nicht enden scheinenden Dunkelheit. Es ging mir gleich besser als ich wenigstens die Hand vor Augen sah. Tief in Gedanken versunken lief ich weiter. Noch immer spürte ich diese Kälte die mir ab und zu durch sämtliche Glieder fuhr.
Langsamer und schleppender wurden meine Schritte, als wollte etwas das ich nicht mehr weit kommen sollte. Eisern umklammerten meine etwas rauen Hände die Fackel, immer fester wurde mein Griff.

Bei einer Weggabelung traf ich auf eine geheimnisvolle, gutaussehende, junge Frau die Mitte 20 zu seien schien. Sie lehnte gemütlich und entspannt an dem Wegpfahl und betrachtete ihre Fingernägel in aller Ruhe.
Eine finstere Aura, so schien es mir, umhüllte diese junge Dame – die etwas verführerisches an sich hatte. Ihr Gewand in den Farben der Dunkelheit gehalten, ein violettes Tuch zierte ihren Hals. Geschmeidig und weich sahen ihre Lippen aus, die tiefen dunkelbraunen Augen blickten mich kurz an, bevor sie weiterhin auf ihre Fingernägel sah. Das scharf geschnittene Gesicht, das durch braune Strähnen etwas verdeckt wurde, sowie ihre blasse Haut die im Mondlicht wie feinstes Perlmut glänzte fielen mir zuerst an ihr auf.

Wie es schien hatte Sie mich bemerkt, zeigte jedoch keinerlei Interesse an mir, da die junge Dame mich mit keines weiteren Blickes würdigte. Meine Augen starrten wie vernarrt nur auf sie. Doch musste ich weiter und überquerte die Gabelung in Richtung Hafen. Es war noch ein gutes Stück aber ich würde es schaffen bis zum Sonnenaufgang.

Als ich etwas von ihr entfernt war, blickte ich nocheinmal voller Sehnsucht zu ihr zurück. Aber weiterhin schenkte sie mir keine Aufmerksamkeit, ignorierte mich und kümmerte sich um ihre Fingernägel. Ich schüttelte meinen Kopf und ging weiter, die Fackel war nun schon halb abgebrannt und ich schickte mich am schneller zu gehen, um bei Tagesanbruch am Hafen zu sein. Schneller wurden meine Schritte, die Eile war mir sichtlich anzumerken – doch plötzlich – was war das?

Wie irritiert und voller Verwunderung blickte ich zu dem Baum, und wer lehnte sich daran an? Die Junge Dame von vorhin, wie kam sie so schnell hierher? Vor allem ist sie das überhaupt? Wieder durchfuhr mich diese eisige Kälte und doch kam ich ins schwitzen. Nein das konnte Sie einfach nicht sein und ich lief an ihr vorbei. Einige Meter weiter hörte ich plötzlich eine hauchende Stimme die wie der Wind selbst sich anzuhören schien. Sie kam von ihr...

„Wohin willst du?“

Rasch blickte ich mich um, drehte mich in Windeseile, doch die hübsche Dame war nicht mehr zu sehen. Etwas erschrocken zwang ich mich weiterzugehen, doch schon wieder kam diese Stimme wie aus dem Nichts.

„Wohin willst du? Folge mir“ sanft und unbeschreiblich sinnlich flüsternd drangen diese Worte an mein Ohr.

„Wer spricht da? Wenn ihr etwas wollt so zeigt euch doch“ erklang unsicher und nervös meine Stimme.

Einen leichten Windzug spürte ich hinter mir und drehte mich abermals zügig um. Und wer stand da? Diese Frau von eben. Mit einem leichten Lächeln stand sie da, ihre tiefen, leeren Augen funkelnden mich an. Diese Aura, die von ihr ausging, umfasste nun auch mich. Willenlos stand ich vor ihr und wartete darauf das sie etwas sagte. Einige Momente verstrichen und meine Ungeduld wuchs. Fast kleinlaut sprach ich sie dann mit meinem restlichen Mut den ich noch hatte an

„Was wollt ihr von mir werte Dame? Ich glaube ihr wisst wohl nicht wer vor euch steht ..“

„ Das weiß ich sehr wohl, Santiego“ ein kleines Lächeln ihre zarten und so begehrlichen Lippen umspielend.

Nach diesen Worten schreckte ich zurück. Woher kannte Sie meinen Namen? Ich verriet ihm fast keinem, da ich nie Freunde hatte die danach fragten. Für mich war diese Erfahrung neu.

„Woher ...?“ mir stockte der Atem und meine Gedanken begannen sich ungeordnet in einem Chaos zu verstricken.

„Ich spüre das du dich sehr unwohl fühlst. Keine Freunde, Niemand der an einen glaubt, ständig auf der Flucht – Du bist nur ein Schwächling wie alle anderen auch.“ Ihr Lächeln wurde wissend und herausfordernd.

„Schweigt .. Sofort!“ brach es aus mir heraus, ohne wirklich dies sagen zu wollen, da ihre Anwesenheit, ihr Anblick mich immer mehr verwirrte.

„ Das kann ich ändern, wenn du mir vertraust“ lockend und verführend in sanftem Wispern.

„Euch vertrauen? Pah, glaubt ihr das ernsthaft? Niemand kann mir helfen, selbst nicht so eine junge, hübsche Dame wie ihr es seid. Was wollt ihr machen? Mich verführen und mir einen kurzen Moment der Freude bereiten? Darauf verzichte ich!“ Ich versuchte gefasst und beherrscht zu klingen, doch meine Stimme versagte immer wieder und verlor an Kraft, je länger ich mir ihrer Anwesenheit hingab.

„Es wird nicht nur ein kurzer Moment sein, Santiego. Steig nicht in dieses Schiff, folge mir. Ich werde dich in Geheimnisse Einhüllen die nur wenige Menschen vor dir erfahren durften. Seit einiger Zeit beobachte ich dich schon, sehe deine Unzufriedenheit. Alles das kann ich ändern und zwar jetzt“

Alles an mir stimmte ihr zu, ihre Worte waren wie ein Segen für mich. Doch was sollte ich machen? Diesem Bild der Sinnlichkeit und Verführung einer Frau hingeben, ihr mich überlassen? Was hatte Sie mit mir vor, weshalb ich? Mein innerer Kampf nahm an Intensivität zu, doch ich entschloss mich ihr eine Gelegenheit zu geben sich zu beweisen.

Ihr Lächeln wurde gewinnend und nahm an Verführung zu. Mein Herz raste und in mir stieg das Verlangen nach ihr auf. Ich wollte sie in die Arme nehmen und spüren. Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf, doch bevor ich noch etwas sagen konnte, glitten sanft ihre geschmeidigen Händen in mein volles Haar und zog meinen Kopf sanft aber bestimmt nach hinten. Ihre weichen Lippen strichen über meinen freien Hals. Ich bebte und schloss die Augen. Willenlos und verlangend, umschloss ich sie mit meinen Armen. Ich spürte einen Biss in meinen Hals, ihre Schneidezähne bohrten sich tief in mein Fleisch. Blut strömte heraus und sie saugte es in sich ein. Wehrlos, ohne jegliche Kraft war ich ihr ausgeliefert. Sie schien mir gar nicht mehr so zerbrechlich zu sein wie es den Anschein hatte, in ihr waren Kräfte die das Menschenmögliche überstiegen.

Wie Blitze schoß der Schmerz durch meinen ganzen Körper, krampfhaft klammerten sich meine Hände an ihr Fest. Genüsslich und voller Begierde saugte sie mein Blut weiter in sich auf. Sie hob mit mir vom Erdboden ab und wir verschmolzen, so schien es, zu einem Körper. Ruckartig verweilte sie, bevor der letzte Lebenshauch aus mir entfliehen konnte und sprach mit verführerisch, dunkler Miene und blutverschmiertem Mund flüsternd zu mir

„Willst du dein trostloses Leben für wenige Augenblicke weiterführen und jetzt dann sterben, oder soll ich dir das ewige Leben schenken. Ein Leben voller Kraft und neuer Erfahrungen. Meine Fähigkeiten gehen auf dich über. Du wirst nur so davon strotzen“

„Ewige ....... Leben“ drang schwach und zittrig meine Stimme in die Stille der Nacht.

„ Dann trink“ hauchte sie mir abermals zu.

Lachend schnitt sie sich mit ihren scharfen Fingernägeln eine Wunde in ihren Arm und führte meine Lippen zu diesem. Ekel durchfuhr mich im ersten Moment doch als ich ihr köstliches Blut schmeckte, konnte ich nicht davon genug bekommen. Immer größer wurde mein Durst, mein Verlangen nach mehr. Ihr Blut strömte durch meinen Körper. Sie schrie kurz auf, ich sollte aufhören doch ich konnte es nicht, immer mehr Blut sog ich in mich auf. Immer noch schwebten wir über dem Boden, sie stieß mich mit letzter Kraft weg und ich fiel unsanft auf den Boden. Langsam schwebte sie zu Boden und lehnte sich voller Erschöpfung an den nächsten Baum.

Ein stechender Schmerz durchfuhr mein ganzen Körper, ich verkrampfte mich – jeder Lebenswille in mir schien aufgegeben zu sein. Einige Augenblicke hielt dieser Schmerz an. Nie enden wollend und so intensiv, das ich dachte es würde mir alle Knochen zerbersten. Voller Erschöpfung schrie ich laut auf und brach zusammen. Das Leiden war vorbei und ich lag am Boden.

Nach einigen Momenten, stand ich auf – als wäre nichts geschehen. Blickte mich rasch um, bemerkte die Veränderungen an mir. Ich strotze voller neuer Energie. Alles um mich rum schien sich zu bewegen, die Schatten zu tanzen, die Wälder mit mir zu sprechen, Bäume lebendig zu werden. Gedanken Anderer, die sich im Umkreis befanden konnte ich nun verstehen und mit Leichtigkeit sortieren. Mich dürstete es nach frischem Blut, ich konnte es riechen. Doch Sie, die mich zudem machte was ich bin, stand langsam auf und schritt auf mich zu. Meine dunklen grau-blauen Augen trafen ihre und sie sprach.

„Komm, meine Gestalt der Dunkelheit. Es wird bald hell, lass uns einen Unterschlupf suchen. Ich werde dich in das Leben der Vampire – in UNSER Leben einweihen. Alles was du wissen musst, werde ich dir beibringen“
Unwissend aber meinem Gefühl vertrauend folgte ich ihr. Ich war jetzt einer von ihnen. Leben um zu Töten, das war es wozu ich bestimmt war.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten brachte Sie mir bei was ich zu wissen hatte und ich zog mit ihr anschließend durch Faerun, auf der Suche nach Opfern, nach frischem Blut. Unser Blutdurst war schier unstillbar.

...Die Zeit vergeht schnell und die Jahrhunderte verstrichen. Dies ist jetzt 400 Jahre her und die junge Dame lebte an einem anderen Ort und ließ sich nieder. Mich dagegen zog es woanders hin...

In die Welt um Dippelsbach.“

Die Feder in der Hand des Mannes senkt sich und kommt neben dem Buch zum Erliegen.
Still betrachtet er noch einmal seinen Eintrag und schließt das Buch.
Es in einer Schublade des Tisches verschwinden lassend, blickt er sich in vollkommener Ruhe um.
Dann er hebt er sich. Löscht die drei Flammen und verlässt das Zimmer. Die Dunkelheit der Nacht ist bereits weit fortgeschritten und er hat noch etwas zu erledigen.

Einzigst der Drang und die unstillbare Lust und der Trieb zu nehmen was ihm Leben verschafft, weiß wohin in dieser Nacht ihn seine Schritte lenken werden.
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